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GRETAS AKTIEN

GRÜNE GELDANLAGE Die Klimawende braucht Kapital. Wer klug investiert, verdient prächtiger als Warren Buffett.

AK­TI­VIST Se­cur­vi­ta-Grün­der Tho­mas Mar­tens lie­fert mit dem Na­tur-Ak­ti­en-In­dex nach­hal­ti­ge In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten

Durch die Glas­wand sei­nes Bü­ros mit­ten in Ham­burg kann Tho­mas Mar­tens (61) die De­mons­tran­ten se­hen. Er blickt auf die Au­ßen­als­ter und das Rat­haus, wo­hin Ende Sep­tem­ber mas­sen­haft die Schü­ler mit ih­ren El­tern mar­schier­ten, zur bis­her größ­ten Pro­test­ak­ti­on von „Fri­days for Fu­ture“ ge­gen den Kli­ma­wan­del. „100.000 Teil­neh­mer!“, sagt der Grün­der des Kran­ken­ver­si­che­rers Se­cur­vi­ta und kommt ins Sin­nie­ren. „So vie­le wa­ren wir da­mals nicht, bei un­se­rem Schul­streik, auch wenn es lan­ge Zeit der größ­te in Ham­burg war.“ Mit­te der 70er Jah­re or­ga­ni­sier­te er als Lan­des­schü­ler­spre­cher den Pro­test ge­gen Schul­schlie­ßun­gen. Als Schü­ler war der Ver­si­che­rungs­ma­na­ger Kom­mu­nist, DKP-Mit­glied.

In­zwi­schen ist er Ka­pi­ta­list – und als An­la­ge­stra­te­ge bes­ser als Alt­meis­ter War­ren Buf­fett. Des­sen Hol­ding Berk­shire Hat­ha­way hat seit 1997 we­ni­ger Wert­stei­ge­rung ein­ge­fah­ren als der Na­tur-Ak­ti­en-In­dex (NAI), den Mar­tens da­mals ins Le­ben rief und der heu­te von der Se­cur­vi­ta ge­führt wird. Wer stets die Ak­ti­en des Öko­in­dex ge­kauft hät­te, be­sä­ße heu­te fast das Zehn­fa­che an Ka­pi­tal (sie­he Gra­fik „Bio schlägt Buf­fett“ Sei­te 130/​131). Mar­tens ist also so et­was wie die per­so­ni­fi­zier­te Ver­söh­nung von Kli­ma und Ka­pi­tal, das Ide­al­bild von Ak­ti­vis­ten wie Gre­ta Thun­berg.

Als Mar­tens vor gut 20 Jah­ren mit sei­nem Teil der ka­pi­tal-öko­lo­gi­schen Re­vo­lu­ti­on be­gann, war er der Zeit­geist­wel­le weit vor­aus und des­we­gen umso ernst­haf­ter. Ge­mein­sam mit ei­ni­gen Mit­strei­tern wie Max Deml (62), dem Her­aus­ge­ber des Bran­chen­briefs „Öko-In­vest“, woll­te er ei­nen Ak­ti­en­in­dex auf­bau­en, der nur aus öko­lo­gi­schen In­no­va­ti­ons­füh­rern be­steht. Die Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on Green­peace ar­bei­te­te mit am Kon­zept, da­mit die Kri­te­ri­en auch ja streng ge­nug aus­fie­len. Rein kommt bis heu­te nur, wer mit sei­nen Pro­duk­ten Um­welt- oder Ge­sell­schafts­pro­ble­me zu lö­sen hilft. „Wir woll­ten ein In­stru­ment schaf­fen, das zeigt, ob öko­lo­gi­sches und so­zia­les Wirt­schaf­ten nicht min­des­tens so er­folg­reich sein kann wie kon­ven­tio­nel­les“, sagt Mar­tens.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2019.