MAGISCHES VIERECK

Die Gefahr blinder Flecken

Die Wirtschaft wird inzwischen von Narrativen bestimmt. Das birgt gesellschaftliche Risiken.    
Von Henrik Müller

Es dürf­te die meis­ten Men­schen über­ra­schen“, schrieb der Öko­nom Frank Knight, „wenn ih­nen erst­mals ernst­haft klar wird, welch klei­ner Teil ih­res Tuns auf ak­ku­ra­tem und um­fas­sen­dem Wis­sen be­ruht.“ Ein la­pi­dar klin­gen­der Satz. Er ist bald hun­dert Jah­re alt, aber ich fürch­te, an dem Be­fund hat sich nicht viel ge­än­dert. Men­schen ent­schei­den an­dau­ernd ohne tie­fe­re Sach­kennt­nis, auch in Wirt­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten. Sie ver­trau­en Er­zäh­lun­gen, neu­deutsch: Nar­ra­ti­ven. Und die sind mal bes­ser be­grün­det – und mal schlech­ter.

Der Öko­nom Ro­bert Shil­ler hat kürz­lich ein Buch über Nar­ra­ti­ve Eco­no­mics ver­öf­fent­licht. Dar­in spürt der No­bel­preis­trä­ger der Wir­kung von deu­ten­den Er­zäh­lun­gen auf die Fi­nanz­märk­te nach. Sein Ur­teil: Nar­ra­ti­ve sei­en für die Er­klä­rung der Ent­wick­lun­gen eben­so wich­tig wie har­te In­for­ma­tio­nen.

Aber: Wor­in be­steht ihre Über­zeu­gungs­kraft? Wel­che Ri­si­ken birgt die­se Form der Wirk­lich­keits­wahr­neh­mung? Und las­sen sich Nar­ra­ti­ve mes­sen?

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2019.