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Zeit für Risiko

MÜNCHENER RÜCK Konzernchef Wenning richtet seine Kapitalanlagestrategie neu aus.

SUCHT NACH PER­LEN Mün­che­ner-Rück-Chef Wen­ning

Beim größ­ten Rück­ver­si­che­rungs­kon­zern welt­weit ist es eine Art Grund­ge­setz: Die Mün­che­ner Rück in­ves­tiert ihre mil­li­ar­den­schwe­ren Rück­la­gen nur in Ka­pi­tal­an­la­gen, die sie rasch und ohne Ver­lus­te ver­sil­bern kann. Im­mer­hin weiß man nie, wann Erd­be­ben oder Wir­bel­stür­me sich zu rie­si­gen Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen auf­tür­men. Bis­lang galt: Hohe Si­cher­heit wird mit dem Ver­zicht auf hohe Zins­er­trä­ge be­zahlt. Es war die Leh­re aus dem Ka­ta­stro­phen­sze­na­rio der Jahr­tau­send­wen­de, als die fa­ta­le Kom­bi­na­ti­on aus Bör­sen­crash und World-Tra­de-Cen­ter-An­schlä­gen die Bi­lan­zen bei­na­he kol­la­bie­ren ließ.

Knapp ein­ein­halb Jahr­zehn­te spä­ter rückt Kon­zern­chef Joa­chim Wen­ning (54) erst­mals von der Dok­trin sei­nes Vor­gän­gers und künf­ti­gen Auf­sichts­rats­chefs Ni­ko­laus von Bom­hard (62) ab. „Wir sind über­zeugt, dass wir das Ren­di­te-Ri­si­ko-Pro­fil un­se­res An­la­ge­port­fo­li­os wei­ter op­ti­mie­ren kön­nen“, ver­kün­de­te er An­fang des Jah­res. Hin­ter der tech­no­kra­ti­schen For­mu­lie­rung ver­birgt sich ein Stra­te­gie­schwenk. In­tern wur­de er deut­li­cher: Die in den Re­ser­ven ge­bun­ker­ten Mil­li­ar­den­sum­men sol­len künf­tig hö­he­re Ren­di­ten ab­wer­fen, was heißt, dass der Kon­zern be­reit ist, hö­he­re Ri­si­ken bei Ka­pi­tal­an­la­gen in Kauf zu neh­men.

Wen­ning will da­mit vor al­lem den Er­trags­ver­fall auf­hal­ten, un­ter dem der Kon­zern seit Lan­gem ächzt. Die Prä­mi­en­sät­ze im Kern­ge­schäft sin­ken, und die Aus­sich­ten auf hö­he­re Prei­se sind ge­ring. Selbst nach den Mil­li­ar­den­schä­den, die der Wir­bel­sturm Mi­cha­el im Herbst in Flo­ri­da und die Wald­brän­de in Ka­li­for­ni­en ver­ur­sacht hat­ten, ließ sich kei­ne Er­hö­hung der Ra­ten durch­set­zen.

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