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Angriff von unten

AMAZON Wer hinter dem Kartellverfahren gegen den Onlinehändler steckt.

IN DER ECKE Ama­zon-Deutsch­land-Chef Ralf Kle­ber

Ende No­vem­ber er­fuhr Ralf Kle­ber (52), selbst­zu­frie­de­ner Chef von Ama­zon Deutsch­land, dass er sich aus­nahms­wei­se mal ei­nem ge­fähr­li­chen Du­ell stel­len muss. Sein Geg­ner: An­dre­as Mundt (58). Der Prä­si­dent des Bun­des­kar­tell­amts hat ein Miss­brauchs­ver­fah­ren ge­gen den größ­ten On­line­händ­ler ein­ge­lei­tet. Mundt will Prak­ti­ken prü­fen, die Händ­ler, die ihre Pro­duk­te über Ama­zon ver­trei­ben, als Schi­ka­nen emp­fin­den: Kon­ten­sper­run­gen, Ein­be­hal­ten von Zah­lun­gen, will­kür­li­ches Lö­schen von Pro­dukt­re­zen­sio­nen und ei­ni­ges mehr.

Seit Län­ge­rem mü­hen sich die Kar­tell­hü­ter, den frei­en Wett­be­werb ge­gen die mäch­ti­gen In­ter­net­platt­for­men zu ver­tei­di­gen. Mundt geht auch ge­gen Face­book vor, eben­so wie EU-Wett­be­werbs­kom­mis­sa­rin Mar­g­re­the Ves­ta­ger (50). Ge­gen Goog­le ver­häng­te die Dä­nin be­reits Stra­fen in Höhe von 6,7 Mil­li­ar­den Euro. Die­se sind aber noch nicht rechts­kräf­tig.

Da­mit die Grals­hü­ter der Markt­wirt­schaft ge­gen die ju­ris­tisch hoch­ge­rüs­te­ten Tech­platt­for­men eine Chan­ce ha­ben, brau­chen sie Kron­zeu­gen – wie Mar­co Seitz (33). Der Mann aus Fran­ken ver­kauft in drit­ter Ge­ne­ra­ti­on Näh­ma­schi­nen. Schon vor Jah­ren hiev­te er das Fa­mi­li­en­ge­schäft ins Netz. Über Ama­zon macht er 70 Pro­zent sei­nes Um­sat­zes. Für teu­re tech­ni­sche Pro­duk­te sind Re­zen­sio­nen ex­trem wich­tig. Als der On­line­rie­se Ende 2016 be­gann, die Re­zen­sio­nen zu Seit­z' Ma­schi­nen zu lö­schen, ver­lor der ein zen­tra­les Ver­kaufs­ar­gu­ment. Re­zen­sio­nen für Händ­ler gibt es seit­her nur noch über den Dienst Vine, den Ama­zon selbst an­bie­tet – kos­ten­pflich­tig. Für Seitz und die Köl­ner Kar­tell­rechts­kanz­lei Heinz & Za­gro­sek, die er ein­ge­schal­tet hat, ist das Macht­miss­brauch. Sie reich­ten Be­schwer­de beim Kar­tell­amt ein und trei­ben so das Miss­brauchs­ver­fah­ren vor­an. Ama­zon kom­men­tiert, man schüt­ze „die Glaub­wür­dig­keit der Be­wer­tun­gen durch sehr strik­te Maß­nah­men, um Kun­den vor un­se­riö­sen Ak­teu­ren zu schüt­zen“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.