UNTERNEHMEN

Der letzte Kaiser

SIEMENS Die Ära von Joe Kaeser neigt sich dem Ende zu. Der Vorstandschef hat den Industrieriesen in fungible Einzelteile portioniert und auf sich zugeschnitten. Wie er nach seiner Regentschaft weiterregieren kann, weiß er auch schon.

HIN­TER­GRÜNDIG Joe Ka­e­ser plant gern Jah­re im Vor­aus, für sein Un­ter­neh­men wie für sich per­sön­lich. Über sein nächs­tes Ziel gibt es kaum Zwei­fel: den Auf­sichts­rats­vor­sitz von Sie­mens zu über­neh­men.

Anfang Au­gust 2017, am Abend vor der tur­nus­mä­ßi­gen Sit­zung des Sie­mens-Auf­sichts­rats­prä­si­di­ums, saß Joe Ka­e­ser (61) in sei­nem Büro in der neu­en Kon­zern­zen­tra­le, ein Ge­mäl­de des Fir­men­grün­ders Wer­ner von Sie­mens an der Wand hin­ter sich und sei­nen neu­en Ver­trag auf dem Schreib­tisch vor sich, und über­leg­te. Soll­te er die Ver­län­ge­rung wirk­lich un­ter­schrei­ben?

Die ers­ten vier Jah­re an der Kon­zern­spit­ze wa­ren gut ge­lau­fen. Sei­ne Stra­te­gie „Vi­si­on2020“ griff, die stän­di­gen teu­ren Pan­nen im Pro­jekt­ge­schäft wa­ren be­sei­tigt und alle Pro­gno­sen er­füllt. Ge­ra­de hat­te der Sie­mens-Ak­ti­en­kurs mit 133 Euro sei­nen his­to­ri­schen Höchst­stand er­reicht.

„Es wäre der per­fek­te Ab­gang ge­we­sen“, sin­nier­te Ka­e­ser jüngst ge­gen­über Ver­trau­ten. Na­tür­lich habe er da schon ge­wusst, dass das Kraft­werks­ge­schäft in Schwie­rig­kei­ten ge­ra­ten wer­de. Aber, so er­zähl­te er, den im No­vem­ber 2017 an­ge­kün­dig­ten Ab­bau Tau­sen­der Stel­len hät­te er wohl noch auf­schie­ben kön­nen. Wäre die Kri­se ein, zwei Jah­re spä­ter umso schlim­mer zu­ta­ge ge­tre­ten, dann hät­te er als Ret­ter und Auf­sichts­rats­chef zu­rück­keh­ren kön­nen. So wie Wolf­gang Reitz­le (69) bei Lin­de.

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