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Last Call

BREXIT Ein paar Tausend Londoner Banker packen die Koffer, die anderen blenden die Realität weitgehend aus. Ein Ortsbesuch in Europas Finanzhauptstadt kurz vor dem Ende einer Epoche.

Die letz­te Sil­ves­ter­par­ty mit Freun­den in ei­nem klei­nen Klub in Soho. Der letz­te Ar­beits­tag im Glas­turm an der Them­se. Die letz­te Fahrt zum Büro in der über­füll­ten U-Bahn, wo sich Mil­lio­nen­ver­die­ner ne­ben Hand­wer­kern, Putz­frau­en und Kell­nern drän­gen – un­mit­tel­bar vor sei­nem Ab­schied aus Lon­don wird der ei­gent­lich so ra­tio­na­le Ban­ker tief me­lan­cho­lisch. „Jetzt, wo der Um­zug so di­rekt be­vor­steht, ha­ben all die Din­ge, die man als Zu­mu­tun­gen die­ser Stadt emp­fun­den hat, plötz­lich doch wie­der ih­ren Charme“, er­zählt der Mann.

Seit gut zehn Jah­ren lebt der Deut­sche in der bri­ti­schen Haupt­stadt, sein Geld ver­dient er bei ei­ner an­gel­säch­si­schen In­vest­ment­bank. An­fang die­ses Jah­res steht sein Um­zug nach Frank­furt an – eine Stadt, in der er sich ganz am An­fang sei­ner Kar­rie­re mal kurz ein­ge­ar­bei­tet hat in das Ge­schäft mit dem gro­ßen Geld. Er geht wi­der­wil­lig, ob­wohl er in Frank­furt zum Lei­ter ei­nes Teams be­för­dert wird. „Hier in Lon­don ist das Zen­trum un­se­rer Bran­che, hier spielt die Mu­sik.“

Oder soll­te der Mann bes­ser sa­gen: „spiel­te“? Der Mitt­vier­zi­ger ist ei­ner von ein paar Tau­send Lon­do­ner Ban­kern, die in die­sen Wo­chen ihre Kof­fer pa­cken. Um die 7000 sind es, die kurz­fris­tig auf den Kon­ti­nent um­zie­hen, schät­zen die Be­ra­ter von EY. Man sieht sich dann in Frank­furt, Dub­lin, Pa­ris, Ams­ter­dam – oder gar nicht mehr.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.