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Berliner Blender

START-UPS Nie kamen Gründer so leicht an Geld – nicht selten um den Preis der Wahrheit. Eine Fake-Kultur bedroht die Szene.

OUT OF MO­VES Es soll­te die Über­flie­gersto­ry von Ber­lin wer­den: Grün­der Ro­man Kirsch (hier bei ei­nem Exit-Game) trimm­te sein Start-up Le­sa­ra auf kras­ses Wachs­tum – und rutsch­te in die Plei­te.

Mit tie­fen Au­gen­rin­gen zwar, aber läs­sig im dunk­len Pull­over steht er auf ei­ner der wich­tigs­ten Tech­büh­nen Eu­ro­pas. Ro­man Kirsch (30), ei­ner der Stars der Ber­li­ner Grün­der­sze­ne. „Ich bin be­geis­tert, hier zu sein, und be­geis­tert, Le­sa­ra vor­zu­stel­len“, sagt er in sein Head­set­mi­kro­fon.

Es ist der 30. Ok­to­ber 2018, und Kirsch will auf der Noah-Kon­fe­renz in Lon­don Geld­ge­ber von sei­nem Mode-Start-up über­zeu­gen. „Wir ha­ben wirk­lich star­kes Wachs­tum in den letz­ten fünf Jah­ren ge­zeigt“, wirbt er. Le­sa­ra sei eine „su­per big op­por­tu­ni­ty“. 930 Ki­lo­me­ter ent­fernt, im Ber­li­ner Büro, lässt Kirsch am sel­ben Tag Mit­ar­bei­ter feu­ern. Das Ge­schäft in Schwe­den, Dä­ne­mark und Frank­reich wird ein­ge­stellt.

Das ge­fei­er­te Start-up, das on­line bil­li­ge Mode aus Chi­na ver­kauft und seit 2013 min­des­tens 90 Mil­lio­nen Euro bei In­ves­to­ren ein­ge­sam­melt hat, steckt in ei­ner exis­ten­zi­el­len Kri­se. Dass die Fi­nan­zie­rung wack­lig sei, soll Kirsch sei­nen Mit­ar­bei­tern be­reits Wo­chen zu­vor in ei­nem All-Hands-Mee­ting er­öff­net ha­ben. Die Spar­kas­se wol­le ei­nen Kre­dit über meh­re­re Mil­lio­nen Euro nicht über­wei­sen. Kirsch soll an­ge­ord­net ha­ben, alle Aus­zah­lun­gen ein­zu­frie­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.