FÜHRUNGSZEUGNIS

Klumpen­risiko Auto

Wie wir verhindern, dass unsere wichtigste Industrie zum neuen Steinkohlebergbau wird.
Von Thomas Sattelberger

Ende De­zem­ber hat Deutsch­land sich noch ein­mal sym­bo­lisch ver­neigt. Auf ei­ner Ze­che in Bot­trop ha­ben wir un­se­ren Stein­koh­le­berg­bau end­gül­tig be­er­digt – das Herz­stück der Mon­tan­in­dus­trie, Leit­bran­che der frü­hen Bun­des­re­pu­blik. Heu­te meh­ren sich die An­zei­chen, dass auch un­se­re Au­to­in­dus­trie ei­nem quä­len­den Siech­tum ent­ge­gen­fah­ren könn­te.

Das Au­to­mo­bil­land Deutsch­land ruht auf Tech­no­lo­gi­en, die aus der Kai­ser­zeit stam­men oder – an­ders ge­sagt – aus dem drit­ten Kond­rat­jew-Zy­klus. Der Öko­nom Ni­ko­lai Kond­rat­jew (1892 – 1938) er­kann­te in sei­ner Theo­rie der Lan­gen Wel­len, dass tech­no­lo­gi­sche Pa­ra­dig­men­wech­sel zy­klisch zu In­no­va­ti­on, zum Ab­sturz al­ter Bran­chen und zum Ent­ste­hen neu­er In­dus­tri­en füh­ren. Au­to­no­me Mo­bi­li­täts­sys­te­me, al­ter­na­ti­ve An­trie­be, da­ten­ge­trie­be­ne Sharing-Mo­del­le sind aus Kond­rat­jew Num­mer sechs. Dort ist Deutsch­lands Au­to­in­dus­trie noch lan­ge nicht an­ge­kom­men. Wird ihr Trans­for­ma­ti­ons­pfad nach dem Mus­ter der Koh­le ver­lau­fen?

IM SAAR­LAND, IM RUHR­GE­BIET und in Ost­deutsch­land hin­ter­lässt die Koh­le tie­fe Nar­ben, der Struk­tur­wan­del für über 200.000 ver­lo­re­ne Ar­beits­plät­ze ist oft ge­schei­tert. Beim Auto leis­ten wir uns der­weil Ma­nage­ment­ver­sa­gen und eine zer­stö­re­ri­sche Die­sel­de­bat­te. Das Auto in der bis­he­ri­gen Form aus­zu­knip­sen geht aber nicht. Old Busi­ness braucht glei­cher­ma­ßen Brü­cken­tech­no­lo­gi­en wie Brü­cken­fi­nan­zie­rung für New Busi­ness und New Work. Leit­bran­chen las­sen sich nicht wech­seln wie Un­ter­ho­sen.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.