UNTERNEHMEN

Überstunden in Paradies und Hölle

25HOURS Kreativhotelier Christoph Hoffmann hat eine hochrentable Hipsterkette aufgebaut. Jetzt steht der Gründer vor seiner schwierigsten Aufgabe: der Serienfertigung des Einmaligen.

LÄSSI­GES DE­SIGN Ho­tel­re­bell Chris­toph Hoff­mann stylt sein Out­fit ähn­lich wie sei­ne Häu­ser

Eben noch hat­te Chris­toph Hoff­mann bes­te Lau­ne. Stolz prä­sen­tier­te er die Lounge im ers­ten Stock sei­nes Zü­ri­cher Ci­ty­ho­tels: die schnie­ke Bar, das Ton­band­ge­rät zum Selbst­be­die­nen, herr­lich ana­log. Bis sein Blick auf die­sen Fleck an der Wand fällt. „Ach, nein ...“, grum­melt er und ringt kurz um Fas­sung. Da wagt es doch eine LED-Leuch­te, sehr hell – ach was: grell! – auf ein Bild zu strah­len. Har­tes Licht aber kann Chris­toph Hoff­mann gar nicht lei­den.

Da­bei ist frag­lich, ob der über­do­sier­te Licht­ke­gel vie­len Gäs­ten als Ma­kel auf­fällt. Hoff­mann, 53 Jah­re alt, der Klei­dung nach aber jün­ger (Ka­pu­zen­pul­li vom De­si­gner, kunst­voll ver­wit­ter­te Jeans), hat eben hohe An­sprü­che. Und die wer­den ja auch in­zwi­schen ho­no­riert. Vie­le Ex­per­ten hal­ten den Stil sei­ner 25hours-Ho­tels für das neue Ide­al der Bran­che: ein­la­dend, über­ra­schend, edel und trotz­dem ir­gend­wie de­mo­kra­tisch. So­wie, gar nicht un­wich­tig, sehr ge­winn­träch­tig.

Obers­te Re­gel: Nichts soll so aus­se­hen wie in ei­nem kon­ven­tio­nel­len Bet­ten­si­lo. Die Lob­by wirkt wie ein Wohn­zim­mer und nicht wie ein War­te­saal für Leu­te, die ein Taxi be­stellt ha­ben. Die Re­zep­ti­on ist oft gar nicht als sol­che zu er­ken­nen. In Zü­rich be­fin­det sie sich hin­ter ei­ner Vi­tri­nen­the­ke vol­ler Nip­pes, oben­drü­ber steht „Leih­haus“. In den Zim­mern ver­brei­ten Klein­mö­bel, die vom Floh­markt stam­men könn­ten, See­len­wär­me. An der Wand hängt in der Re­gel ein Fahr­rad, nicht nur als Ac­ces­soire, auch zum Be­nut­zen.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.