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Stillstand

CHINA Ein-Mann-Herrscher Xi Jinping kappt die Freiheit der Privatunternehmen und baut die Staatswirtschaft aus. Damit verringert er das Wachstum weiter. Deutschland und der Rest der Welt müssen sich neu orientieren.

NEU­WA­GEN AM HA­FEN VON SHANG­HAI Die ge­sam­ten Im­por­te san­ken im De­zem­ber noch stär­ker als die Ex­por­te (–4,4 Pro­zent), ein Zei­chen für die Schwä­che der Nach­fra­ge

Gleich hin­ter dem Ost­tor der Pe­kin­ger Volks­uni­ver­si­tät ("Ren­min Da­xue“, kurz: Ren­da) steht in ei­nem Blu­men­beet ein Fels mit der In­schrift „Die Wahr­heit in den Tat­sa­chen su­chen“. Mit die­sen Wor­ten rief der Wirt­schafts­re­for­mer Deng Xia­o­ping vor 40 Jah­ren die Ge­nos­sen dazu auf, die Welt nicht län­ger mit dem klei­nen ro­ten Büch­lein des Gro­ßen Vor­sit­zen­den Mao Ze­dong zu ver­wech­seln.

Das hat sich aus­ge­zahlt, na­tür­lich auch für die Ren­da selbst. Fast jede Fa­kul­tät, von Öko­no­mie über Jura bis zu den Geis­tes­wis­sen­schaf­ten, lehrt in­zwi­schen in mit Säu­len, Klin­kern und Glas­fron­ten ver­zier­ten Neu­bau­ten. Na­tür­lich ver­an­stal­tet die Ka­der­schmie­de – so wie jede Uni des Lan­des – dar­in im­mer noch Pflicht­kur­se für alle Stu­die­ren­den zu Mar­xis­mus und Mao-Ze­dong-Ide­en. Am 16. De­zem­ber aber be­stieg ein Pro­fes­sor der Busi­ness School die Büh­ne, um „die Wahr­heit in den Tat­sa­chen zu su­chen“.

Es wur­de ein Fa­nal der Frus­tra­ti­on. In sei­ner An­spra­che vor CEOs und Ab­sol­ven­ten setz­te Öko­nom Xiang Song­zuo (63) sei­ne Kar­rie­re aufs Spiel. Vor ei­ner fünf Me­ter ho­hen Lein­wand, auf der mit Da­ten ge­spick­te Power­point-Fo­li­en auf­popp­ten, re­de­te sich der Pro­fes­sor in Rage über den „wirt­schaft­li­chen Ab­schwung“ und über „ernst­haf­te Fehl­ur­tei­le“, was heut­zu­ta­ge nur noch hei­ßen kann: Feh­ler des all­mäch­ti­gen Par­tei- und Staats­chefs Xi Jin­ping (65).

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.