DER ULTIMATIVE ...

Teppich

Ein Spross des Ruhrpotts revolutioniert die vermuffte Branche.

KUNSTSTÜCK Nach al­ter Tra­di­ti­on und doch ganz an­ders: „Po­lo­nai­se“, 2350 Euro pro Qua­drat­me­ter

In den 90ern gal­ten Per­ser­tep­pi­che als spie­ßig. Dann kam Jan Kath (46), Spross ei­ner Tep­pich­händ­ler­fa­mi­lie aus Bo­chum. Er fing selbst an, Mus­ter zu ent­wer­fen, ver­band Pott mit Punk und Prunk. Sei­ne Tep­pi­che se­hen aus, als hät­te man Säu­re dar­auf ge­schüt­tet, kaum noch er­kenn­ba­re Or­na­men­te, ver­wa­sche­ne Far­ben, ge­al­tert – am Com­pu­ter. „Ich woll­te vor al­lem scho­cken.“ Los­ge­tre­ten hat er da­mit aber eine Er­folgs­ge­schich­te, die die ge­sam­te Bran­che re­vo­lu­tio­nier­te. Sei­ne Tep­pi­che aus erst­klas­si­ger Sei­de und Wol­le vom Ti­bet­schaf sind Sta­tus­sym­bol. Best of Bo­den­be­lag und oft ko­piert.

Sie kos­ten gern mal 10.000 bis 20.000 Euro: 2700 Euro pro Qua­drat­me­ter für die teu­ers­te Rei­he, „Era­sed He­ri­ta­ge“. Zu sei­nen Kun­den ge­hö­ren Ru­pert Mur­doch, Bru­ce Wil­lis oder An­t­ho­ny Kie­dis, der Sän­ger der Red Hot Chi­li Pep­pers; ge­nau­so wie das „Vier Jah­res­zei­ten“ in Ham­burg, Rap­per Jay Z und der Papst. Selbst in Tho­mas Manns Vil­la in Los An­ge­les lie­gen sei­ne Stü­cke, so zeit­los, als wä­ren sie schon im­mer da ge­we­sen.

Er fing an in der Ga­ra­ge sei­ner El­tern, heu­te setzt er ei­nen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag um. Pro­du­ziert wird in In­di­en, Thai­land, Ma­rok­ko und Ne­pal, aus der Tür­kei ist er raus, aus po­li­ti­schen Grün­den. Frü­her hat er ge­gen Wa­ckers­dorf de­mons­triert, da sind heu­te Ver­zicht auf Kin­der­ar­beit und Fair Tra­de das Min­des­te.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.