WIRTSCHAFTSKULTUR

Böses Blut

Der spektakuläre Absturz eines Start-ups – erzählt als Silicon-Valley-Sittengemälde.

SCHULD IN WEISS Eliz­a­beth Hol­mes ver­sprach eine me­di­zi­ni­sche Re­vo­lu­ti­on und lie­fer­te ei­nen Fi­nanz­skan­dal ab

Die Ge­schich­te der Eliz­a­beth Hol­mes war ein­fach zu schön, um wahr zu sein. Eine 19-jäh­ri­ge Stu­di­en­ab­bre­che­rin er­fin­det eine Ap­pa­ra­tur, die kon­ven­tio­nel­le Blut­tests über­flüs­sig ma­chen soll. Sie grün­det eine Fir­ma (Ther­a­nos), die ein paar Jah­re spä­ter mehr als acht Mil­li­ar­den Dol­lar wert ist. Sie lockt Hen­ry Kis­sin­ger in ih­ren Auf­sichts­rat und ge­winnt Me­di­en­ty­coon Ru­pert Mur­doch als In­ves­tor, der ihr für 125 Mil­lio­nen Dol­lar An­tei­le ab­kauft.

So mär­chen­haft, wie die Ge­schich­te klang, war sie auch. Ther­a­nos blieb nicht mehr als ein lee­res Ver­spre­chen. John Car­rey­rou, der den Skan­dal als Re­por­ter für das „Wall Street Jour­nal“ auf­deck­te, schil­dert, wie Hol­mes es über Jah­re schaff­te, In­ves­to­ren, Si­li­con-Val­ley-Pro­mis und Kon­zer­ne wie den Schwei­zer Phar­ma­rie­sen No­var­tis oder die US-Apo­the­ken­ket­te Wal­greens mit ih­rer Start-up-Show ein­zu­sei­fen. Er ent­wi­ckelt sei­ne Ge­schich­te wie ein Staats­an­walt sein Plä­doy­er: nüch­tern und fak­ten­reich.

Mehr als Be­ta­ver­sio­nen wa­ren die von Hol­mes an­ge­bo­te­nen Test­kits nie, völ­lig au­ßer­stan­de, zu­ver­läs­si­ge Re­sul­ta­te zu lie­fern. Tat­säch­lich ar­bei­te­te Hol­mes wie eine Pro­gram­mie­re­rin, die ihre Soft­ware im lau­fen­den Be­trieb op­ti­miert und funk­ti­ons­fä­hig macht. So et­was mag in der IT-In­dus­trie funk­tio­nie­ren, hat aber im Ge­sund­heits­we­sen im Wort­sinn töd­li­che Fol­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2019.