AUSFAHRT

Der Feldherr

Mit dem Cullinan steigt Rolls-Royce in die populäre SUV-Klasse ein. Was bleibt mit Anhängerkupplung noch vom Markenkern übrig?

Es ist gut 100 Jah­re her, dass La­wrence von Ara­bi­en, Ge­heim­agent sei­ner Ma­jes­tät, den ers­ten ge­län­de­gän­gi­gen Rolls-Roy­ce durch die ara­bi­sche Wüs­te kut­schier­te. Es ging ge­gen das Os­ma­ni­sche Reich, und der Sil­ver Ghost war der­art ge­pan­zert, dass selbst dem Tau­send­sas­sa das Steu­ern schwer­fiel. Nun hat Rolls-Roy­ce ge­wis­ser­ma­ßen nach­ge­legt, mit sei­nem ers­ten SUV. Der Ko­loss heißt Cul­li­nan, nach dem Dia­man­ten, der für die bri­ti­schen Kron­ju­we­len ver­ar­bei­tet wur­de, und wirkt tat­säch­lich wie ein Rolls – nur eben auf Stel­zen und mit An­hän­ger­kupp­lung. Der mo­nu­men­ta­le Küh­ler­grill ist aus po­lier­tem Chrom, die Fond­tü­ren sind hin­ten an­ge­schla­gen, so wie es die Lieb­ha­ber der Mar­ke ken­nen.

Die gute Nach­richt: Der Wa­gen fährt sich bes­ser, als er aus­sieht. Wo­für, un­ter an­de­rem, der vom Mut­ter­haus BMW ent­wi­ckel­te und zu­letzt wie­der im Phan­tom ver­bau­te Zwölf­zy­lin­der sorgt. Mei­ne Fahrt führt in die ame­ri­ka­ni­schen Ro­ckies. Die Schlag­lö­cher der Feld­we­ge hin­ter dem ehe­ma­li­gen Cow­boy­städt­chen Jack­son stel­len für die Luft­fe­de­rung kein Pro­blem dar, die Cham­pa­gner­kel­che der Bord­bar klir­ren nicht mal.

Bei Be­darf er­höht ein Druck auf die Off­road-Tas­te die Bo­den­frei­heit von 19 auf 23 Zen­ti­me­ter, in den Tie­fen des Be­dien­me­nüs fin­den sich vier Pro­gram­me für ver­schie­de­ne Fahr­werk- und An­triebs­kon­stel­la­tio­nen, die bei Schlamm, lo­sem Sand, Schnee oder Ge­röll hel­fen. Plus ein Brems­as­sis­tent, der bei stei­len Ab­stie­gen die Kraft ge­nau auf das am meis­ten be­dürf­ti­ge Rad lenkt.

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