EDITORIAL

Erfolg ist eine verderb­liche Ware

MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

APP­LE WUR­DE SCHON OFT TOT­GE­SAGT – und kam doch im­mer nur stär­ker zu­rück. Mit­te Fe­bru­ar liegt der Bör­sen­wert der Fir­ma bei 800 Mil­li­ar­den Dol­lar, die Bar­re­ser­ven zäh­len rund 250 Mil­li­ar­den Dol­lar; das ist mehr, als die Top fünf un­ter Deutsch­lands Kon­zer­nen ge­mein­sam zu­sam­men­brin­gen. Wo also ist das Pro­blem? Kurz ge­sagt: Es liegt im Er­folg von ges­tern.

Über App­le-CEO Tim Cook braut sich ge­ra­de ein per­fek­ter Sturm zu­sam­men, wie mei­ne Kol­le­gen Mar­g­ret Hu­cko und Jo­nas Rest für un­se­re Ti­tel­ge­schich­te re­cher­chiert ha­ben: Durch die schwin­den­den iPho­ne-Ver­käu­fe bricht das Fun­da­ment App­les schnel­ler weg, als die Füh­rungs­spit­ze er­war­tet hat, gleich­zei­tig knirscht es bei der Ent­wick­lung der neu­en Pro­duk­te. Die Ma­cher des App­le Car ha­ben sich ver­fah­ren, vor 2023 wird kein Auto auf den Markt kom­men – wenn über­haupt. Und bei Tech­no­lo­gi­en wie der künst­li­chen In­tel­li­genz – zen­tral auch für das au­to­no­me Fah­ren – gilt Cuper­ti­no in­zwi­schen als weit ab­ge­schla­gen. App­le war im­mer mehr eine Hard­ware- und De­sign­grö­ße als ein Soft­ware­star. Ge­nau das wird jetzt zur Fal­le.

Die ak­tu­el­len Schwie­rig­kei­ten wer­den App­le nicht zer­stö­ren, da­für hat der Kon­zern zu viel Sub­stanz. Nicht der ehe­ma­li­ge Han­dy­welt­markt­füh­rer No­kia ist das Schre­ckens­bild, doch es droht ein lang­sa­mer Ab­stieg, wie ihn an­de­re Grö­ßen von IBM bis HP hin­ter sich ha­ben. Er­folg ist eine ver­derb­li­che Ware: „Feh­ler im Sys­tem“, ab Sei­te 26.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2019.