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DAS ENDE DER STARBANKER

VERGÜTUNG Die neuen Boniregeln fordern in Europa ihre Opfer. Andrea Orcel (Foto), der als Chef zu Santander wechseln wollte, wurde plötzlich unbezahlbar. Wer jetzt viel verdienen will, muss sich Arbeitgeber abseits des Rampenlichts suchen.

Ein Il­lus­tra­tor hat An­drea Orcel schon vor Mo­na­ten Box­hand­schu­he über­ge­zo­gen, aus ro­tem Le­der. Der lang­jäh­ri­ge An­füh­rer der UBS-In­vest­ment­ban­ker sei schließ­lich, so das ein­hel­li­ge Vo­tum von Freun­den wie Kri­ti­kern, raf­fi­niert und äu­ßerst ge­wieft – „boxing cle­ver“, wie man im Eng­li­schen sagt.

In­zwi­schen trifft der Car­toon die Rea­li­tät im Wort­sinn: Orcel (55) ist un­ter die Kick­bo­xer ge­gan­gen. Das Ganz­kör­per­prü­geln ge­hört zu den neu­en Hob­bys des Man­nes, der un­ver­mu­tet ar­beits­los ge­wor­den ist: Statt um die Welt zu flie­gen, Kun­den der UBS-In­vest­ment­bank­s­par­te bei Lau­ne zu hal­ten und eben­so raf­fi­niert wie ge­wieft Auf­trä­ge an Land zu zie­hen, lernt Orcel die Kom­bi­na­ti­on aus Fuß­trit­ten und Faust­schlä­gen.

Auch für den Ver­lust an Ge­schwin­dig­keit in sei­nem Le­ben hat er Kom­pen­sa­ti­on ge­fun­den: Der Ita­lie­ner übt sich neu­er­dings im Eis­schnell­lauf. „Es braucht ei­ni­ges, um die Tage ei­nes Workaho­lics zu fül­len, der sonst kei­ne Be­schäf­ti­gung hat“, sagt ein ehe­ma­li­ger Kol­le­ge, „Frau, Toch­ter und Hund rei­chen nicht.“ Und auch die bis­he­ri­gen Hob­bys Ski­fah­ren und Lau­fen las­ten ihn nicht aus.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2019.