PORTFOLIO

FASSADEN­ZAUBER

IMMOBILIEN Wohin mit dem Geld, wenn die Konjunktur zittert? Wohnungen versprechen Stabilität – sofern man die besten Manager für sich arbeiten lässt.

Liu Qi sitzt im Ham­bur­ger Büro von Pro­ject Im­mo­bi­li­en und blät­tert im Pro­spekt für Klei­na­part­ments in Ber­lin, Boss­e­stra­ße 7, Stadt­teil Fried­richs­hain. Die Mitt­zwan­zi­ge­rin in Jeans und Ka­pu­zen­pul­li möch­te eine Sin­gle­woh­nung kau­fen, ent­we­der als rei­nes In­vest­ment in Ber­lin oder zum Selbst­be­woh­nen in Ham­burg, wo sie stu­diert. Das Geld wol­len ihre El­tern über­wei­sen; die bei­den Un­ter­neh­mer be­sit­zen schon meh­re­re Im­mo­bi­li­en in Nord­ost­chi­na. Die Ein­zim­mer­woh­nung in Fried­richs­hain mit 34 Qua­drat­me­tern kos­tet 204.000 Euro plus Steu­ern und Ne­ben­kos­ten, also rund 6000 Euro pro Qua­drat­me­ter.

Die Stu­den­tin ist ziem­lich be­geis­tert. „In Pe­king“, er­zählt Liu, „be­kommt man für den Preis nicht ein­mal eine Toi­let­te.“ In Chi­na habe sie mit ih­ren El­tern „Bruch­bu­den“ be­sich­tigt, wo der Qua­drat­me­ter deut­lich mehr kos­te­te als in Deutsch­land. „Neu­bau, aber drin­nen sieht es aus wie 20 Jah­re alt, und dann funk­tio­niert auch noch der Fahr­stuhl nicht.“ Den­noch hät­ten sich die Prei­se bin­nen fünf Jah­ren dort mehr als ver­dop­pelt, sagt sie. Also steckt sie den Pro­spekt für Fried­richs­hain ein und auch noch ei­nen für Apart­ments in Ham­burgs Stadt­teil Bah­ren­feld. Sie will noch mal mit ih­ren El­tern kon­fe­rie­ren.

Die Mak­le­rin, mit der die Stu­den­tin ge­spro­chen hat, heißt eben­falls Frau Liu und kommt aus der al­ten Kai­ser­stadt Xi'an. Sie führt ge­ra­de vie­le sol­cher Ge­sprä­che mit Kauf­in­ter­es­sen­ten aus ih­rer al­ten Hei­mat, die Qua­drat­me­ter­prei­se von 6000 Euro über­haupt nicht ab­schre­cken. Für Pro­ject Im­mo­bi­li­en sind die aus­län­di­schen In­ves­to­ren eine wich­ti­ge Kun­den­grup­pe, sagt Ju­lia­ne Mann, die im Vor­stand für Ver­trieb und Mar­ke­ting zu­stän­dig ist. 30 Pro­zent der ver­mit­tel­ten Woh­nun­gen ge­hen an In­ves­to­ren, die nicht selbst ein­zie­hen, son­dern ver­mie­ten. Von den In­ves­to­ren stammt in­zwi­schen schon fast ein Vier­tel aus dem Aus­land. Und die Hälf­te die­ser aus­län­di­schen In­ves­to­ren kommt aus Chi­na. Die Im­mo­bi­lie hier se­hen ihre Lands­leu­te als Si­cher­heits­in­vest­ment, sagt Mak­le­rin Liu. Das wie­ge den im Ver­gleich zu Chi­na in den ver­gan­ge­nen Jah­ren si­gni­fi­kant ge­rin­ge­ren Preis­an­stieg auf.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2019.