DIE ÖKONOMIE DER ...

Powerpaare

Gegen einen wichtigen Treiber der Ungleichheit bleibt die Politik machtlos: Topverdiener haken sich unter.  
Von Christian Schütte

Part­ner­wahl ist Pri­vat­sa­che. Gin­ge es nach den Zie­len der Ver­tei­lungs­po­li­tik, wäre eine Fu­si­ons­kon­trol­le al­ler­dings über­fäl­lig. Denn das Prin­zip des „Gleich und Gleich ge­sellt sich gern“ be­deu­tet fi­nan­zi­ell: Reich plus reich macht su­per­reich. Neue­re Stu­di­en zei­gen, dass der Trend zum „Power­coup­le“ in den USA ein Haupt­trei­ber von Ein­kom­mensun­gleich­heit ist. Die Be­fun­de für Deutsch­land sind dün­ner ge­sät. Doch auch hier ist klar: Hei­rats­märk­te sind auf Dau­er wirk­mäch­ti­ger als man­ches So­zi­al­pro­gramm.

Den Drang zum Ehe­bund der Glei­chen (wis­sen­schaft­lich: „Ho­mo­ga­mie“ oder „As­sor­ta­ti­ve Ma­ting") hat es im­mer schon ge­ge­ben. Fa­mi­li­en­ver­mö­gen wur­den so stra­te­gisch ge­stärkt; Adels­fa­mi­li­en und Land­gü­ter­ge­schlech­ter blie­ben be­vor­zugt un­ter sich. Doch der Ef­fekt wur­de be­grenzt durch die klas­si­sche Ar­beits­tei­lung: Er ver­dient das Geld, sie ma­nagt den Haus­halt. Man­ches Power­paar be­gann so­gar als Li­ai­son zwi­schen Chef und Se­kre­tä­rin (die Mohns) oder Kin­der­frau (die Piëchs).

Die neue Norm ist der Mer­ger of Equals. Bei­de ver­die­nen, zwi­schen den Part­nern geht es ega­li­tä­rer zu. Die Un­gleich­hei­ten wach­sen da­durch noch. Ver­mö­gen, Ar­beits­ein­kom­men, Bil­dung und Kon­takt­net­ze blei­ben eng bei­ein­an­der; die Schicht­zu­ge­hö­rig­keit ver­erbt sich auch in der mo­der­nen Ge­sell­schaft in die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on. Die Me­cha­nis­men sind viel­fäl­tig. So ist die Be­schäf­ti­gungs­quo­te der Frau­en zwi­schen 25 und 54 Jah­ren in Deutsch­land seit 1990 von 60 auf 80 Pro­zent ge­stie­gen und liegt nur noch knapp un­ter der­je­ni­gen der Män­ner (88 Pro­zent). Da Frau­en längst gleich gut aus­ge­bil­det sind, steigt zu­dem au­to­ma­tisch der An­teil an Aka­de­mik­erehen (sie­he Gra­fik). Uni­ver­si­tä­ten und be­ruf­li­ches Top­par­kett sind als Flirt­treffs wich­ti­ger denn je. Wer es nicht in die­se Zir­kel schafft, ist auch bei der Wahl der lu­kra­tivs­ten Part­ner drau­ßen.

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