MAGISCHES VIERECK

Fremdge­steuert

Als internationale Währung wird der Euro populärer. Das dürfte die Zinsen niedrig halten.
Von Henrik Müller

Es ist eine be­mer­kens­wer­te Ent­wick­lung: Der Euro ge­winnt welt­weit Markt­an­tei­le, je­den­falls als Fi­nan­zie­rungs­wäh­rung. Aus­län­der ver­schul­den sich zu­neh­mend in Euro, wäh­rend die Ver­schul­dung in Dol­lar kaum steigt (sie­he Gra­fik).

Klar, der Dol­lar ist im­mer noch die mit Ab­stand am wei­tes­ten ver­brei­te­te Wäh­rung der Welt. Als Re­ser­ve- und An­la­ge­me­di­um ist er deut­lich wich­ti­ger als der Euro. Auch bei der Kre­dit­auf­nah­me führt der Dol­lar deut­lich. Nur als in­ter­na­tio­na­les Zah­lungs­mit­tel sind bei­de Wäh­run­gen in etwa gleich­auf, wie aus Da­ten der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) her­vor­geht. Und doch: Die Ent­wick­lung an den Kre­dit­märk­ten deu­tet dar­auf hin, dass die in­ter­na­tio­na­le Ver­brei­tung des Euro zu­nimmt.

FÜR DIE EZB WÄRE DAS EINE BÜRDE. Denn es ist das Zins­ge­fäl­le, das Nicht-Euro-Zo­nen-Schuld­ner in den Euro lockt. Wäh­rend in den USA die Zin­sen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­stie­gen sind und der Dol­lar folg­lich auf­wer­te­te, setz­te die EZB ih­ren ex­pan­si­ven Kurs fort: kauf­te An­lei­hen, hielt die Leit­zin­sen bei null und die Ein­la­ge­sät­ze so­gar dar­un­ter. Es war ein­fach bil­li­ger, sich in Euro zu ver­schul­den als in Dol­lar. Nun hat die EZB ihre Wert­pa­pier­käu­fe zwar erst mal be­en­det, auf stei­gen­de Zin­sen aber ver­zich­tet. Bleibt die Zins­dif­fe­renz be­ste­hen, wo­nach es an­ge­sichts der un­ter­schied­li­chen Kon­junk­tur­ver­läu­fe bei­der­seits des At­lan­tiks aus­sieht, dürf­te das noch mehr Kre­dit­neh­mer in den Euro lo­cken.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2019.