PORTFOLIO

GEHEIME KOSTENFALLEN

FONDS Neue Daten zeigen erstmals die Gesamtbelastung für Anleger. Für überteuerte Bestseller gibt es preiswerte und renditestarke Alternativen.

STAR­ALLÜREN Édouard Car­mignac blieb seit 2009 weit hin­ter sei­nem An­spruch zu­rück. Fei­ern ließ er sich trotz­dem.

Édouard Car­mignac weiß, wie man Fonds ver­kauft: mit ei­ner gu­ten Show. Und mit Cham­pa­gner, viel Cham­pa­gner. Des­halb buch­te er je­den Ja­nu­ar das mehr als 1500 Plät­ze fas­sen­de Théât­re Mo­ga­dor nahe der Pa­ri­ser Oper. Bis in die Nacht füll­ten Kell­ne­rin­nen dort die Kel­che der zum Fest ge­la­de­nen Fi­nanz­be­ra­ter. Und die be­sorg­ten im­mer neu­es Kun­den­geld für den Car­mignac Pa­tri­moi­ne, auf dem Gip­fel 2013 steck­ten dar­in mehr als 30 Mil­li­ar­den Euro. Dank der spru­deln­den Ein­nah­men aus dem Misch­fonds konn­te der Im­pre­sa­rio es sich leis­ten, die Rol­ling Sto­nes, Neil Young und Eric Clap­ton für Pri­vat­kon­zer­te im Mo­ga­dor zu bu­chen.

Den Ze­nit sei­ner Leis­tung hat­te Car­mignac da schon längst über­schrit­ten: die Fi­nanz­kri­se, die er ver­lust­frei über­stand und die sei­nen Ruhm be­grün­de­te. In den Jah­ren da­nach schien er sich lie­ber mit dem Po­lo­sport und Plä­nen für sein Kunst­mu­se­um in Süd­frank­reich zu be­schäf­ti­gen, wäh­rend die Fonds­ren­di­te ers­te Zei­chen des Nie­der­gangs zeig­te (ma­na­ger ma­ga­zin 12/​2013.) Die Fol­ge: In der De­ka­de nach 2009 ist der Pa­tri­moi­ne ei­ner der am schlech­tes­ten aus­ge­wo­ge­nen Misch­fonds. Trotz der Bör­sen­ral­lye lan­de­te er mit nur 3,2 Pro­zent Ren­di­te pro Jahr ab­ge­schla­gen auf Rang 224 von 251 Kon­kur­ren­ten. Nach 12 Pro­zent Mi­nus 2018 zog der 71-Jäh­ri­ge jüngst die Kon­se­quenz und trat als Co-Ma­na­ger zu­rück.

Ein Haupt­grund der schlech­ten Er­geb­nis­se: Car­mignac-Fonds ge­hö­ren in meh­re­ren Ka­te­go­ri­en zu den teu­ers­ten. So­gar für ei­nen glo­ba­len An­lei­he­fonds ver­langt Car­mignac 1,45 Pro­zent pro Jahr, plus Trans­ak­ti­ons­kos­ten für Kauf und Ver­kauf der Bonds. So ist in Zei­ten teils ne­ga­ti­ver Zin­sen kein gro­ßer Ver­mö­gens­zu­wachs zu schaf­fen, je­den­falls nicht für die Kun­den.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2019.