AUSFAHRT

Lambo mit Manieren

Der erste Offroader der Italiener ist regelrecht familientauglich. Aber nicht zahm.

Für sei­nen ers­ten Off­roa­der hat sich Lam­bor­ghi­ni bis kurz vor der Selbst­ver­leug­nung dis­zi­pli­niert. Den Urus (la­tei­nisch für „Au­er­och­se") kann man auch zu rand­stän­di­ger Stun­de vor dem ei­ge­nen Zu­hau­se an­las­sen, ohne dass die Nach­barn ei­nen po­li­zei­li­chen Not­ruf we­gen nächt­li­cher Ru­he­stö­rung ab­set­zen. Mar­ken­ty­pisch lau­tes Grol­len, Brül­len, Röh­ren er­tönt erst, wenn der Pi­lot den „Sport“-Mo­dus ein­legt. Dann bol­lert der Urus so­gar noch, wenn man vom Gas geht.

Auch op­tisch ist der ers­te Lam­bo-SUV, ge­mes­sen am sonst so ag­gres­si­ven Aus­se­hen der Ita­lie­ner, fa­mi­li­en­taug­lich. Sei­ne ge­rin­ge­re Höhe und die ab­fal­len­de Dach­li­nie las­sen ihn ne­ben ei­nem Ran­ge Ro­ver, ei­nem GL-Mo­dell von Mer­ce­des oder ei­nem Audi Q7 ge­ra­de­zu kum­pe­lig wir­ken. Der Heck­flü­gel ist dis­kret in­te­griert, lie­fert aber den­noch ver­läss­li­chen Ab­trieb, um auch jen­seits von Tem­po 300 si­cher un­ter­wegs zu sein.

Un­ter der Hau­be ar­bei­tet nicht, wie bei Lam­bor­ghi­ni seit 30 Jah­ren üb­lich, ein Saug­mo­tor mit zehn oder mehr Zy­lin­dern, son­dern ein V8-Bitur­bo. Die Ma­schi­ne ist da­durch ein we­nig schad­stoff­är­mer. Au­ßer ei­nem lei­sen Zahn­arzt­boh­rer­pfei­fen im Stadt­ver­kehr bringt dies kei­ne Nach­tei­le: Auch beim Urus be­ginnt der rote Be­reich des Dreh­zahl­mes­sers erst bei 6800 Tou­ren; im „Sport“- und erst recht im „Cor­sa“-Mo­dus zeigt sich der 2,2-Ton­ner als ech­ter Lam­bor­ghi­ni.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2019.