WAS MACHT EIGENTLICH ...

Frank Asbeck?

Nach zweimaliger Pleite baut der Solarunternehmer an einem barocken Prachtareal am Rhein – und einem Mini-Comeback.

Als Frank As­beck (59) noch der Son­nen­kö­nig mit ei­ner So­lar­fa­brik in Frei­berg/​Sach­sen war, dach­te er glo­bal und war stän­dig auf Ach­se im Wirt­schafts­ge­fol­ge von Kanz­le­rin und Mi­nis­tern. In­zwi­schen ist sein Ein­fluss­be­reich auf fünf über­schau­ba­re Qua­drat­ki­lo­me­ter ge­schrumpft. Das Forst­gut Schloss Cal­muth am Rhein in der Höhe von Re­ma­gen ist nun das Re­fu­gi­um, auf dem As­beck sei­nen wil­den Ide­en frei­en Lauf lässt – in sei­nem zwei­ten Le­ben „als Pri­va­tier“, wie er selbst sagt. Hier hat er sich eine ba­ro­cke, def­ti­ge Welt ge­schaf­fen. Hier geht der pas­sio­nier­te Jä­ger auf Rot­wild und Wild­schwei­ne, die auf dem Hof an­schlie­ßend zu Wurst­sor­ten al­ler Art ver­ar­bei­tet wer­den. In Tei­chen zie­hen Fo­rel­len ihre Bah­nen. An den Wän­den der pracht­voll re­stau­rier­ten Säle pran­gen Jagd­tro­phä­en wie der hal­be Tor­so ei­nes einst 130 Ki­lo­gramm schwe­ren Ebers. Ne­ben ei­nem opu­len­ten Bil­lard­tisch fin­den sich zwei aus­ge­stopf­te Bä­ren (nicht selbst er­legt). In ei­nem an­de­ren Raum über­rascht ein Wi­sent.

Der Hof wirkt wie der Ver­gnü­gungs­park ei­nes er­grau­ten Jun­gen. Es gibt eine pracht­vol­le De­stil­la­ti­ons­an­la­ge für Gin. Na­tür­lich auch ei­nen klei­nen Wein­hang. In den Ge­bäu­den fin­den sich zahl­rei­che Wirts­stu­ben, eine da­von im Al­pen­stil. Aber: Ein weit­läu­fi­ger Kak­te­en­gar­ten un­ter Glas bie­tet auch die Mög­lich­keit zur al­ko­hol­frei­en Kon­tem­pla­ti­on, eben­so wie ei­ni­ge auf Hoch­glanz po­lier­te Old­ti­mer, die un­ter ro­ten Über­wür­fen aus­har­ren. Of­fen­bar ein Zu­ge­ständ­nis an Un­ter­neh­mer­freun­de wie Fried­helm Loh (Rit­tal), der gleich 50 Ex­em­pla­re be­sit­zen soll.

Seit zehn Jah­ren baut As­beck an der An­la­ge, die im­mer noch nicht ganz fer­tig ist. Vie­le De­tails wie den rie­si­gen Ofen, der die Guts­ge­bäu­de und die Tro­cken­kam­mer für das Brenn­holz (für den Ver­kauf) be­heizt, hat der Agrar­in­ge­nieur selbst aus­ge­tüf­telt. „Ei­nen Ar­chi­tek­ten brau­che ich nicht.“ Ihm ge­nügt ein Sta­ti­ker.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2019.