EDITORIAL

Fußball schlägt Tennis

MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

WENN ER WOLL­TE UND SO VIEL ZEIT HÄTTE, könn­te Jür­gen Klopp (51) jede Wo­che den Chef ei­nes an­de­ren Welt­kon­zerns tref­fen. Vie­le Vor­stän­de be­wun­dern den Schwarz­wäl­der Jun­gen, der beim FC Li­ver­pool rund 13 Mil­lio­nen Euro jähr­lich ver­dient, und wol­len sich et­was von ihm ab­schau­en. Klopps Job ist tat­säch­lich in man­cher Hin­sicht schwe­rer als der ei­nes Wirt­schafts­bos­ses. Er muss oft mehr­mals in der Wo­che Er­geb­nis­se lie­fern und nicht nur vier­tel­jähr­lich. Er muss sich fast je­den Tag in der Öffent­lich­keit er­klä­ren. Und er muss ein Team zu Höchst­leis­tun­gen mo­ti­vie­ren, das jähr­lich neu durch­ge­mischt wird.

Mein Kol­le­ge Chris­toph Ness­hö­ver, Ken­ner et­li­cher Kon­zer­ne (und Fan des 1. FC Köln), hat die Ar­beit des Trai­ners vor Ort ver­folgt, mit ehe­ma­li­gen Mit­spie­lern und Fuß­ball­vor­stän­den ge­spro­chen, mit sei­nem per­sön­li­chen Ma­na­ger und an­de­ren Füh­rungs­kräf­ten sei­nes Klubs. Er ent­deck­te ei­nen akri­bi­schen Ar­bei­ter, der sei­ner Bran­che oft vor­aus war, ei­nen psy­cho­lo­gisch ver­sier­ten Feel­good-Ma­na­ger und ein Aus­nah­me­ta­lent in ei­ner wich­ti­gen Dis­zi­plin mo­der­ner Füh­rung: der Selbst­in­sze­nie­rung.

Wie im­mer in der Wirt­schaft lässt sich auch das Wir­ken Klopps mes­sen: In vier Jah­ren hat er den Wert des FC Li­ver­pool auf zwei Mil­li­ar­den Dol­lar ver­dop­pelt. Des­we­gen him­meln ihn auch sei­ne ei­ge­nen Vor­ge­setz­ten an, die US-Eig­ner des Klubs. Längst ha­ben sie sei­nen Ver­trag von drei auf sechs Jah­re bis 2022 ver­län­gert. „Kö­nig Fuß­ball“, un­se­re Ti­tel­ge­schich­te, le­sen Sie hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2019.