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Der Rhein-Fall

TELEKOM CEO Tim Höttges droht härtere Konkurrenz auf dem Heimatmarkt.

BE­LEI­DIGT Te­le­kom-CEO Hött­ges hat­te auf Un­ter­stüt­zung aus Brüs­sel ge­hofft

Tele­kom-CEOTi­mo­theus Hött­ges (56), das kann man so sa­gen, hat die Te­le­kom in neue Hö­hen ge­führt. Auf der Haupt­ver­samm­lung Ende März ver­kün­de­te er Re­kor­din­ves­ti­tio­nen und gleich­zei­tig die höchs­te Di­vi­den­de sei­ner Amts­zeit. Die Grund­la­ge für sei­nen Er­folg leg­te er auf dem Hei­mat­markt, wo er die Po­li­tik – der Bund hält 31,9 Pro­zent – weit­ge­hend im Griff hat.

Doch wäh­rend der Vor­stands­chef in den USA mit der Fu­si­on von T-Mo­bi­le US und Sprint den nächs­ten Schritt ma­chen will, droht ihm aus­ge­rech­net da­heim Ärger: Haupt­kon­kur­rent Vo­da­fo­ne will die Te­le­kom bald mit ei­nem deutsch­land­wei­ten Fest­netz un­ter Druck set­zen. Mit der Über­nah­me des Ka­bel­net­zes von Unity­me­dia für 18,4 Mil­li­ar­den Euro kön­nen die Bri­ten Mo­bil­funk und In­ter­net im Bün­del an­bie­ten. Und das Fern­seh­ka­bel ist meist schnel­ler und güns­ti­ger als das DSL-Netz der Te­le­kom. Hött­ges droht im Fest­netz wei­ter Markt­an­tei­le zu ver­lie­ren.

Lan­ge hoff­te man in Bonn auf Hil­fe aus Brüs­sel. Nun ver­schick­te die EU-Kom­mis­si­on An­fang April ein sehr zah­mes „State­ment of Ob­jec­tions“. Die dar­in ge­äu­ßer­ten Be­den­ken sind für Vo­da­fo­ne zu ver­kraf­ten. Es geht etwa um die Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen für TV-Pro­gram­me oder den Weg­fall von Vo­da­fo­ne als Wett­be­wer­ber im Unity­me­dia-Ter­ri­to­ri­um. Für Vo­da­fo­ne ge­wor­ben hat mit Tho­mas Jar­zom­bek (46) ein CDU-Ab­ge­ord­ne­ter. In ei­nem per­sön­li­chen Brief an EU-Wett­be­werbs­kom­mis­sa­rin Mar­g­re­the Ves­ta­ger (51) setz­te sich der Par­la­men­ta­ri­er aus Düs­sel­dorf, Sitz von Vo­da­fo­ne Deutsch­land, für den Deal ein. Ein „Ge­gen­ge­wicht zur Deut­schen Te­le­kom zu bau­en“, wäre „hilf­reich“, schrieb Jar­zom­bek, der zu den we­ni­gen Di­gi­tal­ver­ste­hern der Uni­ons­frak­ti­on ge­hört.

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