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DER TRÜMMERMANN

DEUTSCHE BANK Fleißig, höflich, folgsam – so hat es Christian Sewing bis zum CEO gebracht. Um das Geldhaus aufzubauen, braucht er, was ihm bislang fehlt: Mut und Härte.

GRU­BEN­AR­BEI­TER Chris­ti­an Sewing ist am An­schlag

Ende Au­gust, dar­auf freut sich Chris­ti­an Sewing (48) schon, wird sei­ne Welt end­lich mal wie­der über­schau­bar. Er fährt nach Bün­de, eine 48.000-Ein­woh­ner-Stadt in Ost­west­fa­len, und fei­ert „30 Jah­re Abi“. Na­tür­lich im „Wirt­schafts­wun­der“. In der Knei­pe, ge­gen­über dem Gym­na­si­um am Markt, hat­te er mit sei­nen Kum­pels die Frei­stun­den ver­bracht. Ein paar Holz­ti­sche mit ak­ku­rat aus­ge­rich­te­ten Tisch­deck­chen und wer sich gut be­nimmt, kriegt mit Wir­tin Hil­li kei­nen Ärger.

Sewing war kein über­ra­gen­der Schü­ler, aber er wuss­te im­mer, was man von ihm er­war­te­te und wie er die­se Er­war­tun­gen er­fül­len konn­te. Als es vor 30 Jah­ren um die Abifei­er ging, or­ga­ni­sier­te er Spe­zi­al­fo­lie, um die Schu­le Chris­to-mä­ßig ein­zu­hül­len. Er tat das al­les freund­lich und ver­läss­lich. „Man hat­te ei­gent­lich nie Streit mit ihm“, sagt ein Kum­pel aus je­ner Zeit.

Va­ter, Mut­ter, Schwes­ter, al­le­samt ten­nis­ver­rückt, lie­fer­te er auch nur Grund zu al­ler­größ­ter Zu­frie­den­heit: Es wa­ren die Bo­ris-Be­cker-Jah­re der Re­pu­blik, und Chris­ti­an war der bes­te Spie­ler vor Ort, stän­dig Stadt­meis­ter, im­mer nett und fair zu al­len. Falls er doch mal aus­flipp­te und den Schlä­ger in die Ecke feu­er­te, weil ihm ein Schlag miss­lun­gen war, rief ihn sein Va­ter vom Rand aus zur Rä­son: „Chris­ti­an, sei mal ein biss­chen ru­hi­ger.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2019.