VORWÄRTSIMMER!

Das Ende der Digital­folklore

Es gibt bessere Lösungen für die Gesellschaft als die Zerschlagung von Google, Facebook und Amazon.

Von Christoph Bornschein

So pro­ble­ma­tisch der auf fast zwei Jah­re an­ge­leg­te Wahl­kampf in den USA auch sein mag: Er for­dert von den Kan­di­die­ren­den eine frü­he Dis­tink­ti­on. Kla­re Kan­te, di­rek­te Trümp­fe, gute Pres­se. Die de­mo­kra­ti­sche Se­na­to­rin Eliz­a­beth War­ren hat ihr The­ma auf den Tisch ge­legt: die Zer­schla­gung von Goog­le, Face­book und Ama­zon. Sie schreibt: „Die gro­ßen Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men un­se­rer Zeit ha­ben eine zu gro­ße Macht – über un­se­re Wirt­schaft, un­se­re Ge­sell­schaft und un­se­re De­mo­kra­tie. Sie ha­ben ihre Wett­be­wer­ber platt­ge­macht, aus un­se­ren pri­va­ten In­for­ma­tio­nen Pro­fit ge­schla­gen und das Spiel­feld zu ih­ren Guns­ten ge­kippt.“ Auch wenn das einst­wei­len nur Wor­te und kei­ne Ge­set­zes­vor­ha­ben sind – der ge­sell­schaft­li­che Ver­trag mit den Da­tenun­ge­tü­men, die Ak­zep­tanz für die Mo­no­po­li­sie­rung und Kom­mer­zia­li­sie­rung von Da­ten, sie ver­lie­ren ihre lan­ge si­cher ge­glaub­te Selbst­ver­ständ­lich­keit.


NUN LÄSST DAS EU­ROPÄISCHE UND DEUT­SCHE OH­REN nicht all­zu rot wer­den. Für eine Po­li­tik auf der Su­che nach Sou­ve­rä­ni­tät, für eine Ge­sell­schaft in Sor­ge um ihre Da­ten, für Wirt­schaft und Me­di­en im Ban­gen um Ge­schäfts­mo­del­le ist das Auf­bre­chen der gro­ßen Tech­un­ter­neh­men re­gel­mä­ßig The­ma. Die For­de­rung nach Zer­schla­gung: für uns längst Folk­lo­re, aus gu­ten Grün­den. Be­ne­dict Evans vom Wag­nis­ka­pi­tal­ge­ber An­d­rees­sen Ho­ro­witz re­agier­te auf War­rens Vor­stoß sehr rich­tig: „Wer der An­sicht ist, dass eine In­ter­ven­ti­on ge­gen eine Bran­che oder ein Un­ter­neh­men nö­tig ist, muss de­fi­nie­ren, was ge­nau der von ihm be­klag­te Scha­den ist und wie das von ihm vor­ge­schla­ge­ne spe­zi­fi­sche Mit­tel dies än­dert. 'Break it up' ist kei­ne po­li­ti­sche Ana­ly­se.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2019.