TRENDS

DIE STADT SCHLÄGT ZURÜCK

MOBILITÄT Uber & Co. sind angetreten, die Macht über die Straßen zu übernehmen. Doch dazu wird es nicht kommen. Die Metropolen sitzen wieder am Steuer.

RUSH­HOUR I In Los An­ge­les ste­hen wäh­rend der Rush­hour Au­tos auf der In­ter­sta­te 10 im Stau. Die On-de­mand-Fahr­diens­te Uber & Co. ha­ben den Stau ver­schlim­mert. Nun soll der Au­to­ver­kehr ra­di­kal ein­ge­dämmt wer­den.

Der Lob­by­ist Brad­ley Tusk (45) nennt sich selbst gern „den Fi­xer“. Im Juni 2015 war­te­te er ge­ra­de am Flug­ha­fen Dal­las auf eine Ma­schi­ne nach New York, als Uber-Grün­der Tra­vis Kala­nick (42) an­rief. Kala­nick re­de­te nicht lan­ge her­um, er­in­nert sich Tusk. Uber habe ein exis­ten­zi­el­les Pro­blem. New Yorks Bür­ger­meis­ter Bill de Bla­sio (57) hat­te ge­ra­de ver­kün­det, die Zahl der Uber-Fah­rer in der Stadt zu be­gren­zen. Käme er da­mit durch, so fürch­te­te Kala­nick, wür­de Uber nicht nur in ei­nem zen­tra­len Markt aus­ge­bremst wer­den. An­de­re Städ­te wür­den fol­gen – in Lon­don und Me­xi­ko-Stadt gab es ähn­li­che Über­le­gun­gen. „Wir kön­nen das nicht zu­las­sen“, habe Kala­nicks An­wei­sung ge­lau­tet.

Also heck­te Tusk mit Ubers wich­tigs­ten Ma­na­gern eine der ag­gres­sivs­ten Kam­pa­gnen aus, die New York je ge­se­hen hat. Das Tech­un­ter­neh­men en­ga­gier­te „ein hal­bes Dut­zend Toplob­by­fir­men“ (Tusk), um Ab­ge­ord­ne­te zu be­ar­bei­ten, und pump­te et­li­che Mil­lio­nen Dol­lar in TV-Wer­be­spots und An­zei­gen. Wer sich wehr­te, wur­de als Ma­rio­net­te der Ta­xilob­by at­ta­ckiert.

Das Kal­kül ging auf. Der Bür­ger­meis­ter knick­te ein, auch in an­de­ren Städ­ten ver­schwan­den die Anti-Uber-Plä­ne. Die Fol­ge: Al­lein in den USA ver­kauf­ten Uber, Lyft & Co. 2018 über vier Mil­li­ar­den Fahr­ten – mehr als alle städ­ti­schen Bus­se im Land. Die­se Zah­len nut­zen die Mo­bi­li­tät­spi­ra­ten nun, um fri­sche Mil­li­ar­den an der Bör­se ein­zu­sam­meln. Ihr Ver­spre­chen: Wir or­ga­ni­sie­ren künf­tig die ge­sam­te Mo­bi­li­tät der Me­tro­po­len.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2019.