LEBEN

LUXUS IN GRÜN

KLIMASCHUTZ Die Wirtschaftselite entdeckt das Thema Nachhaltigkeit. Die Doppelmission: das Klima retten – aber auch den eigenen Lebenswandel.

NATÜRLICH TEU­ER Um­welt­schutz ist das neue Sta­tus­sym­bol. Die Fas­sa­de des Bosco Ver­ti­ca­le in Mai­land schafft Le­bens­raum für In­sek­ten und Vö­gel, ver­bes­sert das Stadt­kli­ma so­wie die Le­bens­qua­li­tät der Be­woh­ner – Kos­ten­punkt: eine Mil­li­on Euro pro Woh­nung.

Plas­tik­müll, 30 Kilo. Tü­ten, Be­cher, von Schiffs­schrau­ben zer­hack­te PET-Fla­schen, zer­fled­der­te Flip­flops – wenn Gun­ther Gamst (49), Deutsch­land-Ge­schäfts­füh­rer des Kli­ma­an­la­gen­her­stel­lers Dai­kin, auf Mal­lor­ca Ur­laub macht, fischt er in sei­ner Lieb­lings­bucht mit ei­nem Ke­scher erst mal den Plas­ti­k­ab­fall aus dem Was­ser. Dann nimmt er sich den Strand vor. Cola-Do­sen, Kip­pen, Klapp­stuhl­res­te – sam­melt er al­les auf und wirft es in die Ton­nen am Park­platz: „Nach zehn Ta­gen ist mei­ne Lieb­lings-bucht so sau­ber wie noch nie.“ Müll fi­schen – eine neue Pas­si­on.

Fre­e­net-CEO Chris­toph Vila­n­ek (51) hat auch um­ge­schal­tet und da­für eine alte Pas­si­on auf­ge­ge­ben: Por­sche fah­ren. Sei­nen 911 Tar­ga 4S hat er ver­kauft. Statt­des­sen fährt er in Ham­burg nun mit dem Fahr­rad ins Büro. Auf Rei­sen nutzt er die öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs­mit­tel oder Car­sha­ring. „Mit Mo­bi­li­ty-Apps kann ich pro­blem­los Ti­ckets kau­fen, Goog­le zeigt mir den Weg.“ Vila­n­ek fin­det so­gar, dass er mit Bahn, Bus und Rad pünkt­li­cher an­kom­me als mit dem Auto.

Der Kampf ge­gen Plas­ti­k­ab­fall und Kli­ma­wan­del ist nicht nur wich­tig, plötz­lich wird er zum Ge­sprächs­the­ma. It's hip to be green, und die Wirt­schafts­eli­te will bei der Par­ty nicht am Rand ste­hen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2019.