WIRTSCHAFTSKULTUR

Ernsthaft gut

Wie Kapitalismus und der Rest der Welt miteinander auskommen können.

KEI­NE AUS­BEU­TER Für Ben Co­hen (r.) und Jer­ry Green­field war per­sön­li­cher Reich­tum nicht das Wich­tigs­te

Der Ver­such, Gut­men­schen­tum und Ge­win­ne zu ver­ei­nen, ist ge­ra­de mal wie­der schwer en vogue. Alle Welt re­det von Pur­po­se, Im­pact In­ves­ting und Nach­hal­tig­keit. Neu ist das nicht. Zu al­len Zei­ten gab es Un­ter­neh­mer, die nicht nur für den Pro­fit wirt­schaf­ten woll­ten. War­um die meis­ten schei­ter­ten, schil­dert Ja­mes O' Too­le, eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor an der Mar­shall School of Busi­ness der Uni­ver­si­ty of Sou­thern Ca­li­for­nia, in die­sem so um­fang­rei­chen wie le­sens­wer­ten Buch.

Der Ma­nage­ment­ex­per­te hat die hoch­her­zi­gen Wirt­schafts­män­ner jahr­zehn­te­lang er­forscht. Den bri­ti­schen Baum­woll­fa­bri­kan­ten Ro­bert Owen zum Bei­spiel, der den Ar­bei­tern an sei­nen Web­stüh­len noch vor den Krupps eine ei­ge­ne Stadt bau­te und ihre Kin­der zur Schu­le schick­te. Oder Ben&-Jer­ry's-Grün­der Ben Co­hen, in des­sen Eis­creme­reich Ma­na­ger nicht mehr als fünf­mal so viel ver­die­nen soll­ten wie Ar­bei­ter. Oder Ani­ta Rod­dick mit ih­rer um­welt­be­wuss­ten Kos­me­tik­ket­te The Body Shop. Den „er­leuch­te­ten Ka­pi­ta­lis­ten“ gilt O'­Too­les Sym­pa­thie: „Sie be­trach­te­ten die Ent­wick­lung ih­rer Mit­ar­bei­ter als Men­schen­recht.“ Ihre Zeit­ge­nos­sen hiel-ten sie für Son­der­lin­ge, doch ihre Fir­men pro­spe­rier­ten – zu­min­dest so­lan­ge sich die wil­lens­star­ken Grün­der der pu­ren Share­hol­der-Den­ke ih­rer Geld­ge­ber ent­ge­gen­s­temm­ten. Schon die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on warf meist al­len Über­bau wie­der ab.

Ethisch mo­ti­vier­te Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men und Stif­tun­gen ha­ben der Ana­ly­se zu­fol­ge auch die bes­ten Chan­cen auf Lang­le­big­keit. Der So­zi­al­pro­sa bör­sen­no­tier­ter Un­ter­neh­men hin­ge­gen schenkt O'­Too­le kei­nen Glau­ben. Er nennt sie „hohl“. 1

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