NAMEN UND NACHRICHTEN

Vermalt

FABER-CASTELL Das Geschäft schmiert ab, die Stiftedynastie sucht einen neuen Boss.

FEI­NE GE­SELL­SCHAFT Grä­fin Mary (2. v. l.) mit CEO Da­ni­el Rog­ger (3. v. l.), Stief­sohn Charles und Töch­tern (links: Ka­tha­ri­na )

Die Ge­schich­te der Blei­stift­dy­nas­tie Fa­ber-Ca­s­tell ist reich an Dra­men. Ei­nes da­von wur­de ge­ra­de von der ARD ver­filmt: das Le­ben von Grä­fin Ot­ti­lie von Fa­ber-Ca­s­tell. Die blau­blü­ti­ge Dame stand 1893 ur­plötz­lich als Al­lein­er­bin der Fa­brik in Stein bei Nürn­berg da, hei­ra­te­te bald dar­auf Leut­nant Alex­an­der zu Ca­s­tell-Rü­den­hau­sen und wur­de aus der Fir­ma ge­drängt. Der Stoff ist nicht schlecht, doch die Fil­me­ma­cher hät­ten gar nicht so weit in die An­na­len zu­rück­ge­hen müs­sen. Die Ge­gen­wart ist voll von gu­ten Ge­schich­ten.

Die kom­pli­zier­te Love­sto­ry des 2016 ver­stor­be­nen Clan­chefs An­ton-Wolf­gang Graf von Fa­ber-Ca­s­tell mit sei­ner Mary (67), die heu­te den Thron ge­gen Stief­sohn Charles (38) ver­tei­digt, böte al­lein schon Spreng­stoff. Hin­zu kommt der wirt­schaft­li­che Nie­der­gang der Fir­ma. Ver­deck­te im ers­ten Ge­schäfts­jahr nach Ab­le­ben des Pa­tri­ar­chen ein un­ver­hoff­ter Aus­mal­t­rend noch die Pro­ble­me und führ­te gar zu ei­nem Re­kord­um­satz (667 Mil­lio­nen Euro), so sieht es in­zwi­schen düs­te­rer aus. Wie aus der kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Bi­lanz für 2017/​18 her­vor­geht, rausch­ten die Er­lö­se um 8,1 Pro­zent ab, das Er­geb­nis brach trotz Im­mo­bi­li­en­ver­käu­fen um 17 Mil­lio­nen auf 44,5 Mil­lio­nen Euro ein. Laut In­si­dern sieht es im ge­ra­de be­en­de­ten Ge­schäfts­jahr 2018/​19 (Ende März) nicht viel bes­ser aus.

Da­bei soll­te al­les so schön wer­den. Im Juni 2017 hat­te sich die Sip­pe – nach über ei­nem Jahr Su­che – mit dem Schwei­zer Da­ni­el Rog­ger (51) erst­mals ei­nen ex­ter­nen Chef ge­holt. Doch der Ma­na­ger, der sei­ne Kar­rie­re in der Uh­ren­in­dus­trie ge­macht hat (Ja­e­ger-Le­Coult­re, Glas­hüt­te), wird of­fen­bar nicht glück­lich im Frän­ki­schen. Sei­ne Zeit scheint schon wie­der ab­zu­lau­fen. Die Per­so­nal­be­ra­tung Egon Zehn­der soll be­reits ei­nen Nach­fol­ger su­chen. Das Un­ter­neh­men woll­te dies nicht kom­men­tie­ren.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2019.