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DER GOLDJUNGE VON NOVARTIS

PORTRÄT Vasant Narasimhan ist der jüngste CEO in der Riege der globalen Pharmagiganten. Seinen Job begreift er als eine Mission.

EIN AUF- UND UM­STEI­GER Nara­sim­hans Groß­va­ter ar­bei­tet als Lehr­ling in Ba­sel. Der Va­ter wan­dert in die USA aus. Dort wird Vas ge­bo­ren. Er stu­diert in Har­vard Me­di­zin, ist für die WHO und McK­in­sey un­ter­wegs. Mit 41 wird er Chef von No­var­tis.

Es ist der letz­te Tag im Au­gust 2017. Jörg Rein­hardt, Ver­wal­tungs­rats­chef von No­var­tis, hat sei­ne Kol­le­gen in Ba­sels „Ver­bo­te­ne Stadt“ ein­ge­la­den. So nen­nen Orts­kun­di­ge den zwi­schen Rhein und fran­zö­si­scher Gren­ze ein­ge­zwäng­ten Cam­pus des Phar­ma­kon­zerns. Im Fo­rum 1 kom­men die Räte zu­sam­men, und es ist gut, dass sie un­ter sich sind. Denn Rein­hardt prä­sen­tiert ih­nen ei­nen ech­ten Coup: Er will sei­nen da­mals 57 Jah­re al­ten CEO Joe Ji­me­nez durch Va­sant Nara­sim­han er­set­zen – Ent­wick­lungs­chef zwar, aber ge­ra­de mal 41 Jah­re alt, und eine grö­ße­re ope­ra­ti­ve Ein­heit hat er auch noch nie ge­lei­tet. Nun soll er gleich ei­nes der vier wert­volls­ten Phar­ma­un­ter­neh­men der Welt di­ri­gie­ren (sie­he Gra­fik „Schwer­ge­wicht-Cham­pi­ons").

Am Ende gibt es nicht eine Stim­me ge­gen den Kan­di­da­ten. Über­rum­pelt zeigt sich nur der Kos­mos au­ßer­halb des Pla­ne­ten No­var­tis. In­si­der hat­ten die Lo­gik rasch bei­sam­men: Rein­hardt hat­te den US-Ame­ri­ka­ner, Sohn in­di­scher Ein­wan­de­rer, mit der­sel­ben Mi­schung aus Zu­ver­sicht und Mut ent­wi­ckelt wie wäh­rend sei­ner Zeit als For­schungs- und Ent­wick­lungs­chef ein viel­ver­spre­chen­des Wirk­stoff­mo­le­kül, das dann etwa in den Blut­druck­sen­ker und Block­bus­ter Dio­van mün­de­te.

Zu­rück­da­tie­ren lässt sich die Ge­schich­te von Men­tor und Zög­ling auf das Jahr 2007, auf ein Be­wer­bungs­ge­spräch in ei­ner Fa­brik für Impf­stof­fe im mit­tel­eng­li­schen Sout­ham, rund 60 Au­to­bahn­ki­lo­me­ter süd­öst­lich von Bir­ming­ham. Rein­hardt, der das eher rand­stän­di­ge Ge­schäft groß ma­chen soll und aus­sichts­rei­che Nach­wuchs­leu­te sucht, kann nicht viel mehr bie­ten als die Po­si­ti­on ei­nes Pro­jekt­ma­na­gers für ei­nen Impf­stoff ge­gen Hirn­haut­ent­zün­dung. „Das war kein Job für je­man­den, der da­mals bei uns Kar­rie­re ma­chen woll­te. Sol­che Leu­te ha­ben sich pres­ti­ge­träch­ti­ge Pro­jek­te im Phar­ma­be­reich ge­sucht“, er­in­nert sich Rein­hardt (63) heu­te an das Ge­spräch. Sein Ge­gen­über schlägt den­noch ein. Er in­ter­es­siert sich für die Sa­che.

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