UNTERNEHMEN

DER TURNAROUND

FINANZMARKTAUFSICHT BaFin-Chef Felix Hufeld hat die Behörde zu einer Schaltzentrale im deutschen Geldgewerbe entwickelt. Sein Machtinstinkt half dabei.

Der An­ruf er­reich­te Fe­lix Hu­feld (57) an ei­nem Frei­tag­nach­mit­tag beim War­ten auf ei­nen ver­spä­te­ten Flug von Ber­lin nach Frank­furt. Eine Kol­le­gin setz­te den Chef der Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (Ba­Fin) über ein Fax ins Bild, das bei der Be­hör­de ein­ge­trof­fen war: bri­san­te Er­mitt­lungs­er­geb­nis­se der Staats­an­walt­schaft zu Wire­card. Der Ak­ti­en­kurs des Dax-Kon­zerns, der elek­tro­ni­sche Zah­lun­gen ab­wi­ckelt, war in den Wo­chen zu­vor dra­ma­tisch ein­ge­bro­chen, nach­dem die bri­ti­sche Wirt­schafts­zei­tung „Fi­nan­ci­al Times“ über mut­maß­li­che Bi­lanz­ma­ni­pu­la­tio­nen in Asi­en be­rich­tet hat­te.

Je­mand, so die Staats­an­walt­schaft, habe ver­sucht, das Un­ter­neh­men zu er­pres­sen, und wei­te­re Ne­ga­tiv­schlag­zei­len an­ge­droht. „Wir ha­ben so­fort mit un­se­rer Ar­beit los­ge­legt, es war klar, dass hier kri­mi­nel­le En­er­gie im Spiel war“, sagt Hu­feld. Die Re­ak­ti­on der Ba­Fin, ver­kün­det nach ei­nem durch­ge­ar­bei­te­ten Wo­chen­en­de, schrieb Wirt­schafts­ge­schich­te: Die Be­hör­de ver­bot ab Mit­te Fe­bru­ar zwei Mo­na­te lang Wet­ten auf fal­len­de Wire­card-Pa­pie­re, also Ge­schäf­te, bei de­nen sich Händ­ler Ak­ti­en lei­hen, ver­kau­fen und dann spä­ter güns­ti­ger wie­der zu­rück­kau­fen.

Die Bon­ner Be­hör­de wur­de öf­fent­lich rus­ti­kal an­ge­gan­gen, weil sie ei­nem Kon­zern bei­ge­sprun­gen sei, der über­haupt kei­nen Schutz brau­che. „Sol­che Kri­tik hal­ten wir aus, sie trifft auch nicht den Kern der Sa­che. Hier stand sehr viel mehr auf dem Spiel: Wir sa­hen das Ver­trau­en“, so der Ba­Fin-Chef mit ei­ner Pri­se Pa­thos, „in die Funk­ti­ons­fä­hig­keit des Mark­tes ge­fähr­det.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2019.