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DER HIGH-STAPLER

GRÜNDERSZENE Cannabis ist der neue Hype. Start-up-Unternehmer Sebastian Diemer verkündete Megadeals und Forschungsdurchbrüche. Doch fast nichts ist so, wie es scheint.

Far­ma­ko-Grün­der Se­bas­ti­an Die­mer

Tän­ze­rin­nen rä­keln sich auf Po­des­ten hin­ter trans­pa­ren­tem Stoff. Sie rei­ben Po und Brüs­te an der straff ge­spann­ten Ver­hül­lung; es sieht aus, als wür­den sie sich in ei­nem mit dich­tem Rauch ge­füll­ten Ge­fäß win­den. Män­ner grö­len. An der Bar ste­hen Wod­ka­fla­schen, ver­setzt mit Can­na­bi­s­ex­trak­ten und ver­se­hen mit dem Hin­weis: „Far­ma­ko Em­ployees Only!“.

Far­ma­ko, so heißt das Me­di­zin­can­na­bis-Start-up aus Frank­furt, das Ende März in ei­nem In­nen­stadt­klub die Erst­be­lie­fe­rung von Apo­the­ken fei­ert. Se­bas­ti­an Die­mer (32), der schon das Fi­nanz-Start-up Kre­di­tech auf­bau­te, hat es ge­grün­det. Zwar erst im Au­gust 2018, aber er ko­ket­tiert be­reits mit ei­nem Bör­sen­gang „in sechs bis zwölf Mo­na­ten“. In Un­ter­la­gen, mit de­nen Die­mer bei In­ves­to­ren wirbt, ver­spricht er eine schwin­del­er­re­gen­de Be­wer­tung: In zwei Jah­ren könn­te Far­ma­ko zwei Mil­li­ar­den Euro wert sein. Min­des­tens.

Can­na­bis ist der neue Hype, die gan­ze Start-up-Sze­ne ist be­rauscht. Der scheue Por­no­kö­nig Fa­bi­an Thyl­mann (40; Youporn) mischt eben­so mit wie Flix­bus- und Za­lan­do-In­ves­tor Holtz­brinck Ven­tures oder US-Rap­per Sno­op Dogg (47), der ei­nen der größ­ten Can­na­bis­fonds ge­grün­det hat und nun bei der neu­en Fir­ma von Finn Hän­sel (37), bis­her Chef des Um­zugs-Start-ups Mo­vin­ga, ein­ge­stie­gen ist (Be­wer­tung schon vor Markt­ein­tritt: rund 9 Mil­lio­nen Euro).

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2019.