Spezial Mittelstand

Selbstver­liebt und gestrig

KOLUMNE Der Mittelstand hat jede Menge Interessenvertreter in Berlin, aber keine gute Lobby. Das ließe sich ändern.
Von Klaus Schweinsberg

Es war vor al­lem ein Ver­band, der in den ver­gan­ge­nen Wo­chen hef­tig auf Pe­ter Alt­mai­er und des­sen kri­tik­wür­di­ge Na­tio­na­le In­dus­trie­stra­te­gie ein­ge­dro­schen hat: Die Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mer. Der Prä­si­dent die­ser In­ter­es­sen­ge­mein­schaft, ein ge­wis­ser Herr von Eben-Worlée, war bis da­hin in Po­li­tik und Me­di­en weit­ge­hend un­be­kannt. Nun aber sah er die Chan­ce, auf gro­ßer Büh­ne – und auf Kos­ten ei­nes ge­schwäch­ten Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ters – Stär­ke zu si­mu­lie­ren. Bei nä­he­rer Be­trach­tung in­des war der Auf­schrei des Funk­tio­närs vor al­lem ein ver­zwei­fel­ter Schrei nach Auf­merk­sam­keit. Und mit­hin ein In­diz, wie we­nig mit­tel­stän­di­sche In­ter­es­sen in Ber­lin ge­hört wer­den. Denn Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men kom­men in so gut wie je­der (wirt­schafts-)po­li­ti­schen Sonn­tags­re­de vor, aber eben nicht im po­li­ti­schen Ta­ges­ge­schäft.


DAS HAUPT­PRO­BLEM, WAR­UM DIE IN­TER­ES­SEN­VER­TRE­TER des Mit­tel­stands mit ih­ren An­lie­gen po­li­tisch nicht durch­drin­gen, liegt bei ih­nen selbst – und hat im We­sent­li­chen vier Ur­sa­chen: kras­ses Le­gi­ti­ma­ti­ons­de­fi­zit, man­geln­de Team­fä­hig­keit, no­to­ri­sche Rück­wärts­ori­en­tie­rung und aus­ge­präg­te Selbst­ver­liebt­heit.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2019.