UHREN-SPEZIAL

NEXT GENERATION

DYNASTIEN Die Luxusuhrenbranche hat die Digitalisierung jahrelang verachtet. Jetzt schlägt sie mit Macht zu – und bietet Außenseitern neue Chancen.

KÖNIGS­SOHN MIT BISS Ber­nard Ar­nault, Prä­si­dent des welt­größ­ten Lu­xus­kon­zerns LVMH, bringt sei­nen zweit­jüngs­ten Sohn Frédé­ric in Stel­lung: Nach Eli­te­u­ni und Kar­rie­re­ein­stieg avan­ciert der 23-Jäh­ri­ge bei Va­ters größ­ter Uh­ren­mar­ke Tag Heu­er zum Di­gi­tal­di­rek­tor.

Der wich­tigs­te Vor­bo­te der Re­vo­lu­ti­on er­reich­te die Bran­che im Sep­tem­ber. Da setz­te Ber­nard Ar­nault (70), viertreichs­ter Mann der Welt und Prä­si­dent des mit 70 Mar­ken welt­größ­ten Lu­xus­gü­ter­kon­zerns LVMH (Jah­res­um­satz: 46,8 Mil­li­ar­den Euro), sei­nen Sohn Frédé­ric (23) auf ei­nen Schlüs­sel­pos­ten: Stra­te­gie- und Di­gi­tal­chef von Tag Heu­er, größ­tes Uh­ren­la­bel des Kon­glo­me­rats.

Dort ver­such­te man zwar noch zu be­schwich­ti­gen ("Wir möch­ten dar­über nicht re­den. Das ist al­les zu neu, die Di­gi­tal­stra­te­gie steckt noch in der Ent­wick­lung „), aber schon das Rüst­zeug Frédé­rics lässt Grund­le­gen­des er­war­ten: Er ab­sol­vier­te die Eli­te­uni­ver­si­tät École Po­ly­tech­ni­que, Fach­rich­tung Com­pu­ter- und Ma­the­ma­tik­wis­sen­schaf­ten, ar­bei­te­te bei McK­in­sey als Ana­lyst und bei Face­book in der KI-For­schung.

Und tat­säch­lich: Schon we­ni­ge Wo­chen spä­ter, im No­vem­ber, ließ Papa Ber­nard den nächs­ten Pau­ken­schlag fol­gen: Sté­pha­ne Bi­an­chi (54), von Haus aus Kos­me­tik­ex­per­te, über­nahm die Lei­tung der ge­sam­ten LVMH-Uh­ren­di­vi­si­on (Tag Heu­er, Ze­nith, Hub­lot) von Bran­chen­gu­ru Jean-Clau­de Bi­ver (69). Die Ir­ri­ta­tio­nen in der Uh­ren­sze­ne kon­tert Bi­an­chi mit ei­ner pro­gram­ma­ti­schen An­sa­ge: Ja, er kom­me nicht aus der Bran­che, habe aber jah­re­lang meh­re­re Brands ge­lei­tet. „Und bei Mar­ken han­delt es sich im­mer um das­sel­be – es geht nicht um den Ver­kauf von Pro­duk­ten, son­dern von Wer­ten.“ In­zwi­schen hat er das mitt­le­re Ma­nage­ment kom­plett um­ge­baut.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2019.