WIRTSCHAFTSKULTUR

„Dramatische Reformen“

Der Topökonom Joe Stiglitz erwartet einen Linksruck in den USA.

AUFRÄUME­RIN Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Eliz­a­beth War­ren passt in Sti­glit­z' neu­es Ka­pi­ta­lis­ten­sche­ma

N ur noch gut die Hälf­te der US-Wäh­ler hält „Ka­pi­ta­lis­mus“ für eine gute Sa­che, so­gar Wall-Street-Stars wie Ja­mie Di­mon (JP Mor­gan) oder Ray Da­lio (Bridge­wa­ter) schla­gen Alarm we­gen der Un­gleich­heit im Land. Ame­ri­kas Wirt­schafts­po­li­tik dürf­te nach Do­nald Trump klar nach links ab­bie­gen.

Pünkt­lich zum Vor­wahl­kampf 2020 steckt Joe Sti­glitz da­für die Agen­da ab. Der No­bel­preis­trä­ger war Chef­öko­nom Bill Clin­tons und der Welt­bank, stritt aber schon da­mals ge­gen den „Wa­shing­ton Con­sen­sus“ der li­be­ra­len Glo­ba­li­sie­rer. Im­mer wie­der hat er vor un­re­gu­lier­ten Märk­ten, der Un­gleich­heit und der Macht des gro­ßen Gel­des ge­warnt. Als die Ur­sün­de gilt ihm der rech­te „Markt­fun­da­men­ta­lis­mus“ der 80er Jah­re. Des­sen ver­hee­rends­te Sumpf­blü­te sei nun Trump.

Sti­glitz zielt aufs po­li­ti­sche Gan­ze. Mit öko­no­mi­schen Ge­gen­ar­gu­men­ten hält er sich nicht auf, die meis­ten Ide­en kennt man be­reits. Sein Pro­gramm der „dra­ma­ti­schen Re­for­men“ Ame­ri­kas ist für deut­sche Le­ser lau­war­mer Kaf­fee: Den star­ken Staat, der Ge­sund­heit, Bil­dung, Teil­ha­be und In­fra­struk­tur für alle ga­ran­tie­ren soll, gibt es hier längst. Übe­r­all akut ist frei­lich das Pro­blem neu­er Mo­no­po­le und Macht­bal­lun­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2019.