EDITORIAL

Der Kapitalismus und seine Kinder

MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

DIE QUANDTS sind mehr als die reichs­te Fa­mi­lie der Re­pu­blik, in ihr und im Um­gang mit ihr spie­gelt sich Deutsch­land. Wäh­rend der NS-Zeit ge­hör­ten die In­dus­tri­el­len zu den Un­ter­stüt­zern der Na­zis und be­schäf­tig­ten Tau­sen­de Zwangs­ar­bei­ter. Da­nach eta­blier­ten sie sich – ge­schichts­ver­ges­sen wie fast alle – als Mo­tor des Wirt­schafts­wun­ders. Heu­te sym­bo­li­sie­ren Su­san­ne Klat­ten (57) und Ste­fan Quandt (53) als die her­aus­ra­gen­den Ver­tre­ter der Fa­mi­li­en die Stär­ken, aber auch Schwä­chen der so­zia­len Markt­wirt­schaft. Ihre Un­ter­neh­men – dar­un­ter BMW, Al­ta­na und SGL Car­bon – sind gut ge­führt, sie ach­ten die Mit­be­stim­mung, sie bie­ten über 100.000 meist gut be­zahl­te Ar­beits­plät­ze. Mit dem Er­folg wächst gleich­zei­tig das Ver­mö­gen der Fa­mi­lie in kaum vor­stell­ba­re Hö­hen von der­zeit gut 30 Mil­li­ar­den Euro, wäh­rend die Ein­kom­men der meis­ten Be­schäf­tig­ten nur mar­gi­nal stei­gen. Des­halb ge­lang es Juso-Chef Ke­vin Küh­nert (29), eine so auf­ge­reg­te wie ab­sur­de Dis­kus­si­on aus­zu­lö­sen, in­dem er BMW als mög­li­ches Ziel ei­ner Ver­ge­sell­schaf­tung von Un­ter­neh­men her­aus­pick­te. Die Quandts schwie­gen dazu öf­fent­lich, bis jetzt.

Nun spra­chen Su­san­ne Klat­ten und Ste­fan Quandt mit mm-Chef­re­por­ter Diet­mar Stu­dent und mir über Ge­rech­tig­keit und ihre Zie­le un­ter­neh­me­ri­schen Han­delns, aber auch über Zwei­fel und die un­an­ge­neh­men Sei­ten, die ihre Rol­le als Deutsch­lands wich­tigs­te In­dus­tri­el­len­fa­mi­lie mit­bringt. Das ers­te Mal über­haupt ga­ben die Ge­schwis­ter ge­mein­sam ein In­ter­view: „Wer wür­de denn mit uns tau­schen wol­len?“, ab hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.