DIE ÖKONOMIE DER ...

Kreativität

Innovation steht ganz oben auf der Wirtschaftsagenda. Radikal Neues entdeckt man aber nicht per Masterplan.

Es kön­ne „der An­fang ei­ner wun­der­ba­ren Freund­schaft“ sein, sa­gen die Be­ra­ter von BCG in ih­rem dies­jäh­ri­gen In­no­va­ti­ons­ran­king: In­no­va­ti­on trifft auf Au­to­ma­ti­on, die er­fin­dungs­reichs­ten Un­ter­neh­men der Welt set­zen auf künst­li­che In­tel­li­genz (KI). Nicht nur die US-Di­gi­t­al­gi­gan­ten, auch In­dus­trie­kon­zer­ne wie Sie­mens oder Dienst­leis­ter wie die Mar­riott-Ho­tels schaf­fen es da­mit, Pro­zes­se zu straf­fen, Pro­duk­te zu op­ti­mie­ren oder Pro­jekt­chan­cen bes­ser ab­zu­schät­zen. Die Krea­tiv­wirt­schaft träumt längst vom au­to­ma­ti­sier­ba­ren Block­bus­ter: Wer es schafft, das Mus­ter des Er­folgs bei Fil­men oder Mu­sik zu ent­schlüs­seln, kann es zu­ver­läs­sig wie­der­ho­len.

Die Hoff­nung auf pro­gram­mier­te Ge­nie­strei­che dürf­te al­ler­dings ent­täuscht wer­den. „Groß­ar­ti­ges ist nicht plan­bar“, warnt der KI-For­scher Ken­neth Stan­ley. Dass bahn­bre­chen­de Neue­run­gen der Ver­gan­gen­heit oft aus „glück­li­chen Zu­fäl­len“ ent­stan­den, sei eben – kein Zu­fall. Es lie­ge im We­sen sol­cher Durch­brü­che, dass sie nicht üb­li­cher Op­ti­mie­rung fol­gen.

Für Ma­na­ger oder Pro­gram­mie­rer ist es selbst­ver­ständ­lich, dass zu­erst de­fi­niert wird, wo­hin ge­nau ein Pro­jekt füh­ren soll. Über ite­ra­ti­ve Ver­bes­se­rung nä­hert man sich dann dem Ziel. Die Ent­de­ckung völ­lig neu­er Wege er­for­dert aber eine an­de­re, schein­bar in­ef­fi­zi­en­te Stra­te­gie. Stan­ley nennt es „Schät­ze sam­meln": Al­les Mög­li­che ist zu er­kun­den, weil es viel­leicht ir­gend­wann ein­mal als „Tritt­stein“ tau­gen kann. Bei et­was Neu­em zählt nicht, wie nah es am Ziel liegt. Son­dern wie weit weg vom Sta­tus quo es führt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.