UNTERNEHMEN

VERLORENE JAHRE

THYSSENKRUPP Der Traum vom Technikgiganten ist ausgeträumt. Nach dem Teilverkauf der Aufzüge dreht sich wieder alles um den Stahl. Die Abwicklung der übrigen Geschäfte wird teuer und tränenreich.

IN­DUS­TRIE­MU­SE­UM Thys­sen­Krupp wird wie­der, was es einst war – ein mit­tel­gro­ßer Spie­ler in ei­ner sehr al­ten In­dus­trie, die reich­lich den Kli­ma­kil­ler CO₂ aus­stößt

Das Schrei­ben, das Mit­te Juni in der Zen­tra­le von Thys­sen­Krupp ein­traf, nah­men sich so­gleich die Haus­ju­ris­ten vor. EU-Wett­be­werbs­kom­mis­sa­rin Mar­g­re­the Ves­ta­ger (51) ver­füg­te dar­in nun auch förm­lich, was sie Kon­zern­chef Gui­do Kerk­hoff (51) ei­nen Mo­nat zu­vor schon münd­lich ver­mit­telt hat­te: Der Zu­sam­men­schluss der Stahl­spar­te des Dax-Kon­zerns mit dem eu­ro­päi­schen Stahl­ab­le­ger der in­di­schen Tata-Grup­pe wird von Brüs­sel nicht ge­neh­migt.

Ves­ta­ger habe bei der Prü­fung des Pro­jekts deut­lich här­te­re Maß­stä­be als bei ver­gleich­ba­ren Fäl­len im ver­gan­ge­nen Jahr zu­grun­de ge­legt, sagt man in Es­sen. In Tei­len habe sie sich so­gar über gel­ten­des Wett­be­werbs­recht hin­weg­ge­setzt. Nun er­wä­gen Kerk­hoff und Tata-Vor­mann Na­ta­ra­jan Chan­dra­se­ka­ran (56; kurz: Chan­dra), Kla­ge ge­gen den Be­scheid ein­zu­rei­chen.

Kerk­hoff weiß, dass er da­mit die Ent­schei­dung aus Brüs­sel nicht rück­gän­gig ma­chen kann. Der Auf­marsch sei­ner Ju­ris­ten soll als Zei­chen des Pro­tests ver­stan­den wer­den und dem Pu­bli­kum wohl als Be­leg da­für die­nen, dass Kerk­hoffs gro­ßer Fehl­schlag nicht vor­her­seh­bar war. Den Chef trifft kei­ne Schuld, die Kom­mis­si­on war's. Kerk­hoff braucht die­se Ge­schichts­schrei­bung, denn die her­bei­ge­sehn­te Stahl­ver­bin­dung wie auch der dar­auf fu­ßen­de Plan, das Kon­glo­me­rat Thys­sen­Krupp in ei­nen grö­ße­ren Stahl- und ei­nen In­dus­trie­kon­zern zu zer­schla­gen, sind un­wie­der­bring­lich ver­lo­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.