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REVOLUTIONÄRE ZELLEN

VOLKSWAGEN Herbert Diess elektrifiziert den Autogiganten im Eiltempo. Damit vermeidet der VW-Chef Milliarden Euro Strafgelder, gibt den Mitarbeitern ein neues großes Ziel und vertreibt den Dieselqualm in den Köpfen. Doch die Startschwierigkeiten sind immens.

LA­DE­PRO­BLE­ME Rück­ruf schon nach we­ni­gen Mo­na­ten: Bat­te­rie­pro­ble­me brem­sen Au­dis e-tron

Es gibt Mo­men­te, da ist das Ja oder Nein ei­nes ost­frie­si­schen Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den zen­tral für die Zu­kunft des größ­ten Au­to­kon­zerns der Welt. So ge­schah es am 7. No­vem­ber 2018 in ei­nem Sit­zungs­saal der Wolfs­bur­ger VW-Zen­tra­le. Die Kon­zern­spit­ze, ver­tre­ten durch Vor­stands­chef Her­bert Diess (60) und des­sen Stra­te­gen Mi­cha­el Jost (57), warb da­für, im Em­de­ner Werk ab 2022 statt der Mit­tel­klas­se­li­mou­si­ne Pas­sat klei­ne Elek­tro­au­tos zu bau­en. Der Mann, der das blo­ckie­ren konn­te, heißt Man­fred Wul­ff; er ist klein, schlank, trägt Fünf­ta­ge­bart und ar­bei­te­te in Em­den sie­ben­ein­halb Jah­re in der Pro­duk­ti­on.

Diess und Jost re­de­ten über Kli­ma­zie­le, ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Auf­trag und die Chan­ce, Elek­tro für die Mas­se zu bau­en. Wul­ff und sein Wolfs­bur­ger Boss Bernd Os­ter­loh (62) ver­wie­sen auf die Fol­gen für die Be­schäf­tig­ten: Für den Bau von E-Au­tos braucht es deut­lich we­ni­ger Leu­te.

Stra­te­gi­sche Wen­den voll­zie­hen sich sel­ten an ei­nem ein­zel­nen Tag; und ge­nau­so sel­ten sind sie von der Ent­schei­dung ei­nes ein­zel­nen Men­schen ab­hän­gig. Aber vie­les von der Re­vo­lu­ti­on, die der­zeit die VW-Welt durch­schüt­telt, präg­te auch die Dis­kus­sio­nen am 7. No­vem­ber. An de­ren Ende, nach Zu­sa­gen für die Be­schäf­tig­ten und der Ei­ni­gung, in Em­den klei­ne Elek­tro­au­tos zu bau­en, sag­te Man­fred Wul­ff Ja. Er gab da­mit das Be­währ­te auf, um ins Un­be­kann­te auf­zu­bre­chen.

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