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DER KAPITALISMUS FRISST SEINE KINDER

INVESTOREN Aktivisten und Fondsgesellschaften schmieden hinter den Kulissen Bündnisse und heizen der Deutschland AG ein. So turbulent die jüngste Hauptversammlungssaison auch war – nächstes Jahr wird der Kampf gegen Vorstände und Aufsichtsräte noch härter.

KON­TROLL­VER­LUST Bay­er-Chef Wer­ner Bau­mann (o.) wur­de für den ver­un­glück­ten Mons­an­to-Deal mit Ver­trau­ens­ent­zug be­straft, darf aber erst mal wei­ter­ma­chen. Für ABB-CEO Ul­rich Spiess­ho­fer (M.) und Thys­sen­Krupp-Len­ker Hein­rich Hie­sin­ger kam jede Hil­fe zu spät.

Im Mai er­reich­te Sacha Sadan (48), Cor­po­ra­te-Go­ver­nan­ce-Di­rek­tor des größ­ten eu­ro­päi­schen Fonds­ver­wal­ters Le­gal & Ge­ne­ral In­vest­ment Ma­nage­ment (LGIM), eine E-Mail von Bay­er. Vor­stands­chef Wer­ner Bau­mann (56) wol­le die LGIM-Leu­te tref­fen und bit­te um ei­nen Ter­min, teil­te der Che­mie­rie­se mit.

Sadan zähl­te zur Mehr­heit der In­ves­to­ren, die auf der Haupt­ver­samm­lung Ende April ge­gen Bau­manns Ent­las­tung ge­stimmt ha­ben. Es war ein his­to­ri­scher Mo­ment. Zum ers­ten Mal über­haupt ent­zo­gen die Eig­ner ei­nes Dax-Kon­zerns ih­rem Vor­stands­vor­sit­zen­den das Ver­trau­en.

Bau­mann und sein Auf­sichts­rats­chef Wer­ner Wen­ning (72) hat­ten es schlei­fen las­sen. Erst als die US-Stimm­rechts­be­ra­ter ISS und Glass Le­wis vier, fünf Wo­chen vor der Haupt­ver­samm­lung ihre „Against“-Emp­feh­lung ver­öf­fent­licht hat­ten, kam in Le­ver­ku­sen Hek­tik auf. Bay­ers In­ves­tor-Re­la­ti­ons-Ma­na­ger ba­ten rasch ih­ren Be­ra­ter D.F. King, gro­ße In­ves­to­ren ab­zu­te­le­fo­nie­ren und die Ar­gu­men­te der Stimm­rechts­be­ra­ter zu wi­der­le­gen. Doch es war zu spät.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.