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UNSERE LOCAL HEROES

FINANZBRANCHE Deutschland fehlen gute Banken, und die bringen kaum noch Spitzenleute von Format hervor – zwei Effekte, die sich derzeit dramatisch verstärken.

GLO­BAL HERO Deut­sche-Bank-Chef Al­fred Herr­hau­sen war ein Aus­nah­me­ban­ker. Er dach­te über die en­gen na­tio­na­len Gren­zen sei­ner Bank hin­aus.

Die Be­deu­tung stra­te­gi­scher Op­tio­nen ge­hört für Stu­den­ten der Be­triebs­wirt­schaft seit Jahr­zehn­ten zum Ba­sis­stoff. Mar­tin Ziel­ke (56), der das Fach zwi­schen 1985 und 1990 in Göt­tin­gen stu­dier­te und seit drei Jah­ren an der Com­merz­bank-Spit­ze steht, scheint die­se Kunst den­noch zu hoch. Zu­min­dest steht sei­ne Bank seit ein paar Wo­chen plan­los in Frank­furts Fi­nanz­vier­tel her­um, seit Ziel­kes gro­ßes Fu­si­ons­pro­jekt mit der Deut­schen Bank zer­barst. Der Mann, so ver­zwei­felt man in­zwi­schen auch in­tern, den­ke nicht in Op­tio­nen.

„Ziel­ke hat al­les auf die Fu­si­ons­kar­te ge­setzt und Glaub­wür­dig­keit ver­lo­ren, wenn es jetzt dar­um geht, ei­nen Plan B zu ent­wi­ckeln“, dringt es aus sei­nem Auf­sichts­rat. Und ei­ner von Ziel­kes Füh­rungs­kräf­ten se­kun­diert: „Die Bank hat in den Fu­si­ons­ge­sprä­chen schlecht aus­ge­se­hen, weil es wirk­te, als ob man um je­den Preis den Zu­sam­men­schluss woll­te. Und jetzt sieht sie wie­der schlecht aus, weil Ziel­ke von vorn­her­ein an­de­re Op­tio­nen als deut­lich un­ter­le­gen dar­ge­stellt hat.“

Wie kann so je­mand Deutsch­lands zweit­größ­te bör­sen­no­tier­te Bank lei­ten? Hat der Auf­sichts­rat da­ne­ben­ge­grif­fen, als er 2016 Ziel­ke zum neu­en Vor­stands­chef der Com­merz­bank kür­te? Oder – was ge­ra­de­zu dra­ma­tisch wäre – gab es nie­mand Bes­se­ren?

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.