DRECK­SCHLEU­DER Das Braun­koh­le­kraft­werk Neu­rath von RWE ist Deutsch­lands größ­ter CO2-Emit­tent

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Going Greta

KLIMA Bosch, Daimler, Audi – die Konzerne überbieten sich mit Versprechen, bis wann sie CO2-frei sein wollen. Viele ihrer Instrumente sind moderner Ablasshandel. Aber anders geht es nicht.

Den Auf­tritt Mit­te Mai hat Volk­mar Den­ner (62) rich­tig ge­nos­sen. Nicht Teil eins der Bi­lanz­pres­se­kon­fe­renz; die Um­satz- und Ge­winn­zah­len über­ließ er dem Stell­ver­tre­ter. Son­dern Teil zwei, in dem sich der pro­mo­vier­te Phy­si­ker so in­sze­nier­te, wie er sich am liebs­ten sieht: als trei­ben­de Kraft hin­ter ei­nem Tüft­lerim­pe­ri­um, das sich seit eh und je als tech­no­lo­gi­sche Avant­gar­de ver­steht.

Was Den­ner ver­kün­de­te, klingt in der Tat spek­ta­ku­lär. In­ner­halb der nächs­ten 18 Mo­na­te will er Bosch auf den Sta­tus „kli­ma­neu­tral“ hie­ven. In Hau­ruck­ma­nier möch­te er den CO2-Fuß­ab­druck ei­nes Gi­gan­ten lö­schen, der 2018 so viel Strom ver­brauch­te wie sämt­li­che Haus­hal­te Mün­chens und Ber­lins zu­sam­men. Den Groß­pro­du­zen­ten von Treib­haus­ga­sen, der mit welt­weit 400 Stand­or­ten zu­letzt rund 3,3 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­len­di­oxid aus­stieß, will er schwä­bisch gründ­lich säu­bern. „Die Be­rech­nun­gen ha­ben ge­zeigt, dass es geht, also ma­chen wir es“, rief er im Bas­ta-Stil sei­ne Öko­re­vo­lu­ti­on aus.

Eine Mil­li­ar­de Euro gibt Den­ner da­für bis Ende 2020 aus, eine wei­te­re bis Ende 2030. Das Geld steckt er in ef­fi­zi­en­te­re Pro­duk­ti­ons­an­la­gen, in die Däm­mung von Fa­brik­hal­len und Bü­ro­tür­men. Er be­stellt gro­ße Men­gen Ökostrom und lässt So­lar­pane­le auf­stel­len. Vor al­lem aber kauft er sich frei: Hun­der­te Mil­lio­nen Euro flie­ßen in Emis­si­ons­rech­te­zer­ti­fi­ka­te so­wie in Auf­fors­tungs­pro­jek­te in Pa­na­ma, in Wind­rä­der auf den Phil­ip­pi­nen und Schutz­pro­gram­me für afri­ka­ni­sche Wäl­der.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.