MAGISCHES VIERECK

Auf ins Chaos

Die Ära der Volksparteien geht zu Ende. Die Wirtschaft muss ihren Umgang mit der Politik radikal verändern.
Von Henrik Müller

Zwi­schen Wirt­schaft und Po­li­tik herrscht gro­ßes Un­ver­ständ­nis. Lan­ge schon, aber der Gra­ben wird der­zeit noch tie­fer und brei­ter. Es geht da­bei we­der um die je­wei­li­gen Zie­le noch um die ekla­tan­ten Un­ter­schie­de im Ver­dienst – son­dern vor al­lem um die Ent­schei­dungs­pro­zes­se. Das ide­al­ty­pi­sche Ma­nage­ment han­delt schnell, lei­se und – wenn nö­tig – hart. De­mo­kra­ti­en hin­ge­gen ar­bei­ten lang­sam, laut und zu­neh­mend er­ra­tisch.

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten war Po­li­tik eine ziem­lich ge­ord­ne­te Ver­an­stal­tung, fast über­all im Wes­ten. Sie war do­mi­niert von Volks­par­tei­en, die sich beim Re­gie­ren ab­wech­sel­ten. Die­se Groß­or­ga­ni­sa­tio­nen wa­ren po­lit­öko­no­misch durch­aus vor­teil­haft, weil sie al­ler­lei Mi­lieus, In­ter­es­sen und Welt­an­schau­un­gen bün­del­ten und hal­fen, den müh­sa­men Pro­zess der de­mo­kra­ti­schen Wil­lens­bil­dung zu struk­tu­rie­ren.

Die Wirt­schaft moch­te nicht mit al­lem ein­ver­stan­den sein, aber zu­min­dest wuss­ten Top­ma­na­ger und Lob­by­is­ten, an wen sie sich wen­den konn­ten. Re­gie­rungs­chefs und Op­po­si­ti­ons­füh­rer hat­ten stets ein of­fe­nes Ohr. Ein sta­bi­les Par­tei­en­gefü­ge be­deu­te­te Ver­läss­lich­keit. Man konn­te wech­sel­sei­ti­ges Ver­ständ­nis auf­bau­en.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2019.