DIE ÖKONOMIE DES ...

Persischen Golfs

Ein Krieg um die wichtigste Ölroute der Welt ist unwahrscheinlich – jedenfalls wenn wirtschaftliche Logik zählt.
Von Christian Schütte

Ber­eits „ge­la­den und ent­si­chert“ sei­en die Waf­fen ge­we­sen – aber zehn Mi­nu­ten vor dem An­griff habe er die Sa­che ge­stoppt, twit­ter­te Do­nald Trump am 21. Juni früh­mor­gens. „Un­ver­hält­nis­mä­ßig“ sei es, als Ver­gel­tung für Irans Ab­schuss ei­ner US-Droh­ne ab­seh­bar 150 Men­schen zu tö­ten. Die ame­ri­ka­ni­sche Streit­macht blei­be den­noch „re­a­dy to go“.

Zwi­schen Te­he­ran und dem US-Prä­si­den­ten, der das Ende des ira­ni­schen Atom­pro­gramms er­zwin­gen will, scheint der Krieg in der Luft zu lie­gen. At­ta­cken auf Tan­ker in der Re­gi­on ver­stär­ken die Angst vor ei­nem al­ten Hor­ror­sze­na­rio: ei­ner Schlacht um die Stra­ße von Hor­mus, durch die rund ein Fünf­tel des welt­weit ver­brauch­ten Öls ver­schifft wird – und die der Iran leicht sper­ren könn­te.

Die wirt­schaft­li­che Lo­gik der Ak­teu­re spricht al­ler­dings ge­gen ei­nen sol­chen Krieg ums Öl; heu­te mehr denn je. Do­nald Trump will in 16 Mo­na­ten als er­folg­rei­cher"Ame­ri­ca First“-Iso­la­tio­nist wie­der­ge­wählt wer­den. Die ho­hen Kos­ten der US-Prä­senz am Golf är­gern ihn von je­her: Schon 1987 schal­te­te der da­ma­li­ge Bau­lö­we eine An­zei­gen­kam­pa­gne, in der er sich em­pör­te, dass Ame­ri­ka mit sei­ner Schutz­macht rei­che Busi­ness­ri­va­len wie Ja­pan und die Golf­staa­ten sub­ven­tio­nie­re ("die la­chen uns aus"). Da­mals wa­ren die USA noch auf Ölim­por­te an­ge­wie­sen. Heu­te sind sie der größ­te Ölför­de­rer der Welt und per sal­do fast Selbst­ver­sor­ger.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2019.