UNTERNEHMEN

Unendlicher Spaß

KREUZFAHRTEN Umwelt hin, überfüllte Reiseziele her – die Vergnügungsdampfer surfen weiter auf einer Erfolgswelle. Dafür sorgen ein geniales Geschäftsmodell und unverschämte Steuervorteile.

HOCH­HAUS ZUR SEE Me­ga­schif­fe wie die „Sym­pho­ny of the Seas“ prä­gen den US-Markt. Doch auch Eu­ro­pä­er fin­den Ge­fal­len am Crui­sen – mit et­was we­ni­ger Rum­mel.

Die ei­nen warn­ten, er sei schlicht ver­rückt, die­sen Job an­zu­neh­men. Die an­de­ren frot­zel­ten, man kön­ne ihm we­nigs­tens kei­nen Vor­wurf ma­chen, soll­te er schei­tern – bei so ei­nem Saft­la­den.

Als Da­ni­el Sk­jel­dam (43) vor sie­ben Jah­ren als Chef zu Hur­tig­ru­ten ging, hiel­ten Freun­de und Kol­le­gen das für ein Tap­fer­keits­ma­nö­ver. Zwar lie­ben die Nor­we­ger ihre uri­ge Fähr­li­nie, die seit 1893 die Küs­te des Lan­des ab­klap­pert und in 34 Hä­fen an­legt. Doch Hur­tig­ru­ten, die „schnel­le Rou­te“, leb­te nur noch vom al­ten Ruf. Für die Ver­sor­gung des Nor­dens mit Post und Gü­tern war sie kaum noch nö­tig. An Bord herrsch­ten Tou­ris­ten vor, aber auch die ka­men we­ni­ger – ver­grault von kläg­li­chem Kom­fort und Ser­vice.

Neu-Chef Sk­jel­dam fand Tief­kühl­piz­za auf dem Spei­se­plan und min­der­wer­ti­gen por­tu­gie­si­schen Fisch – der gute aus Nor­we­gen war den Ein­käu­fern zu teu­er. Zwei Jahr­zehn­te voll ro­ter Zah­len hat­ten die Crew de­mo­ra­li­siert. Es herrsch­te Apa­thie wie im So­zia­lis­mus. „Wenn am Ki­osk stän­dig et­was aus­ver­kauft war, dann war es eben weg“, be­ob­ach­te­te Sk­jel­dam, „kei­ner kam auf die Idee, künf­tig mehr von der ge­frag­ten Ware zu be­stel­len.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2019.