UNTERNEHMEN

DIE BRUCHSTELLE

BAHLSEN Im Keksreich zerbröseln die Umsätze, die Gewinne sind kümmerlich. Die Sanierung soll nun ausgerechnet Verena Bahlsen übernehmen, die kürzlich für einen Naziskandal sorgte.

GLÜCK­LO­SER PA­TRI­ARCH Wer­ner Mi­cha­el Bahl­sen hat zwei Jahr­zehn­te lang kaum un­ter­neh­me­ri­sche Im­pul­se ge­setzt. Das Ge­schäft mit Han­dels­mar­ken darbt, die Aus­lands­ex­pan­si­on kommt kaum vor­an.

Es war eine bit­te­re Ent­schei­dung, die Wer­ner Mi­cha­el Bahl­sen (70) Mit­te Juni traf. Nur we­ni­ge Tage vor dem 130-jäh­ri­gen Ju­bi­lä­um sei­nes Un­ter­neh­mens er­klär­te der Keks­fa­bri­kant, es wer­de kei­ner­lei Fest­lich­kei­ten ge­ben. Schuld dar­an war sei­ne Toch­ter Ve­re­na (26) – sie hat­te der „Bild“-Zei­tung ge­sagt, Bahl­sen habe die Zwang­ar­bei­ter im Zwei­ten Welt­krieg „ge­nau­so be­zahlt wie die Deut­schen und sie gut be­han­delt“.

In­zwi­schen hat sich Ve­re­na Bahl­sen ent­schul­digt, die Fa­mi­lie will jetzt ihre Na­zi­ver­gan­gen­heit von ei­nem His­to­ri­ker auf­ar­bei­ten las­sen. Was der Öffent­lich­keit bis­her al­ler­dings ver­bor­gen blieb: Die öko­no­mi­sche Lage der Fir­ma ist so schlecht, dass sich schon des­halb jeg­li­ches Fei­ern ver­bie­tet.

In der Ge­schäfts­lei­tung tob­te lan­ge ein Kampf um die über­fäl­li­ge Neu­aus­rich­tung des Tra­di­ti­ons­be­triebs. Drei Top­leu­te hat­ten sich für eine Re­struk­tu­rie­rung ein­ge­setzt, mitt­ler­wei­le sind sie aus dem Ma­nage­ment­board aus­ge­schie­den. Ei­nen Spre­cher des Gre­mi­ums gibt es nicht mehr, seit Wer­ner Mi­cha­el Bahl­sen 2018 an die Spit­ze des neu ge­schaf­fe­nen Ver­wal­tungs­rats wech­sel­te.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2019.