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Das Faltenheim

BEIERSDORF Die Hauskultur ist stickig, die Governance von gestern – zwei Bewahrer sorgen dafür, dass der Hamburger Kosmetikkonzern seit Jahren unter seinen Möglichkeiten bleibt. Für den neuen Chef Stefan De Loecker und dessen Zukauf Coppertone akann das zur schweren Bürde werden.

CHEF UND AUF­PAS­SER Auf­sichts­rats­chef Pöl­l­ath (l.) ach­tet dar­auf, dass die Plä­ne von Fi­men­chef De Loecker mit den In­ter­es­sen des Haupt­ak­tio­närs kon­form sind

Stefan De Loecker (52) setz­te gleich zur At­ta­cke an, als er die Füh­rung der Bei­ers­dorf AG über­nom­men hat­te. Er woll­te un­be­dingt die US-Son­nen­creme­mar­ke Cop­per­to­ne kau­fen, in Ame­ri­ka in frü­hen Ta­gen be­kannt durch mar­kan­te Wer­be­sprü­che ("Don't be a pale­face!“ – Sei kein Bleich­ge­sicht!). Und tat­säch­lich be­kam er im Mai vom Bay­er-Kon­zern den Zu­schlag für 490 Mil­lio­nen Euro.

Kurz dar­auf leg­te Des­si Tem­per­ley (46), die Fi­nanz­che­fin der Ni­vea-Com­pa­ny, nach. „Cop­per­to­ne ist als ein ers­ter Schritt un­se­res Plans an­zu­se­hen, auch an­or­ga­nisch zu wach­sen“ – sprich, wei­te­re Fir­men­käu­fe könn­ten fol­gen. De Loecker selbst hat­te zu­dem hohe In­ves­ti­tio­nen ins Be­stands­ge­schäft avi­siert.

Das klingt ver­hei­ßungs­voll. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten sich die Bei­ers­dorf-Vor­stän­de da­mit be­gnügt, Ni­vea, die Lu­xus­li­nie La Pr­ai­rie und die Apo­the­ken­mar­ke Eu­ce­rin durch straf­fes Ma­nage­ment nach vorn zu brin­gen. Die teils üp­pi­gen Ge­win­ne hor­te­te man auf dem Kon­to, statt sie wie L'Oréal oder Uni­le­ver ge­winn­brin­gend zur Er­tüch­ti­gung des Mar­ken­port­fo­li­os ein­zu­set­zen (sie­he Gra­fik „Fa­der Teint"). Nun scheint sich auch in der Ni­vea-Com­pa­ny end­lich was zu tun.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2019.