WIRTSCHAFTSKULTUR

Reden Sie bitte jetzt

Chinesen erzählen unzensiert aus ihrem Leben – ein US-Journalist hört zu.

CHAUF­FEUR US-Jour­na­list Frank Lang­fitt lock­te Chi­ne­sen mit Gra­tis­tou­ren

Taxis sind in Chi­na ein kom­mu­ni­ka­ti­ver Ort. Die Fah­rer fra­gen ihre Gäs­te gern un­ge­niert aus: Wie vie­le Kin­der man hat. Wie viel man ver­dient. Ta­bus gibt es fast kei­ne. Der Ame­ri­ka­ner Frank Lang­fitt hat sich die­sen Markt­platz auf vier Rä­dern aus­ge­sucht, um mit dem Mann und der Frau aus dem Volk ins Ge­spräch zu kom­men. För­der­lich: Er bot sei­nen Ta­xi­dienst gra­tis an. Im­mer wenn es sei­ne Zeit er­laub­te, setz­te sich Lang­fitt – der zwi­schen 2011 und 2016 haupt­be­ruf­lich Chi­na-Kor­re­spon­dent des ame­ri­ka­ni­schen Rund­funk­sen­ders NPR war – hin­ters Steu­er sei­nes ge­brauch­ten To­yo­ta Cam­ry und chauf­fier­te wild­frem­de Men­schen durch das La­by­rinth der Me­ga­stadt Shang­hai. Sie re­van­chier­ten sich mit Sto­rys aus ih­rem Le­ben.

Lang­fitt stell­te die Fra­gen, sein As­sis­tent Yang pro­to­kol­lier­te auf dem Bei­fah­rer­sitz. Aus den vie­len Dienst­fahr­ten ent­stand ein Buch, das sich wohl­tu­end von der Flut ver­meint­li­cher Er­klär­bü­cher ab­hebt, die oft ge­nug nicht mehr als spe­ku­la­ti­ve Deu­tun­gen der chi­ne­si­schen Füh­rung ent­hal­ten.

Bei Lang­fitt geht es au­then­tisch und kri­tisch zu. Des­halb wer­den die Prot­ago­nis­ten nur mit ih­ren west­li­chen Na­men ge­nannt. Zum Bei­spiel Beer Hor­se, der Au­to­händ­ler, oder der Wan­der­ar­bei­ter Ro­cky, der gern John Den­ver hört, oder Fifi, die Psy­cho­lo­gin. Ihre Sto­rys sind ge­schickt mit­ein­an­der ver­bun­den.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2019.