WAS MACHT EIGENTLICH ...

Christine Hohmann-Dennhardt?

Die ehemalige VW- und Daimler-Vorständin arbeitet jetzt nur noch ehrenamtlich.

Anfang April die­ses Jah­res öff­ne­te Chris­ti­ne Hoh­mann-Denn­hardt (69) eine E-Mail, de­ren In­halt fort­an ih­ren All­tag be­stim­men soll­te. Der Ab­sen­der: Mat­thi­as Klei­ner, Prä­si­dent der Leib­niz-Ge­mein­schaft und ein al­ter Be­kann­ter. Klei­ner hielt sich kurz: Ob Hoh­mann-Denn­hardt ihm bei der Auf­klä­rung des Hei­del­ber­ger Blut­test­skan­dal hel­fen kön­ne. „Ich muss­te nicht lan­ge nach­den­ken, weil ich die Auf­ga­be für in­ter­es­sant, not­wen­dig und wich­tig hielt“, sagt die ehe­ma­li­ge Bun­des­ver­fas­sungs­rich­te­rin, wäh­rend sie an ei­nem war­men Ju­ni­tag in ei­nem Café im Frank­fur­ter Pal­men­gar­ten sitzt, ein Stück Erd­beer­ku­chen isst und ei­nen Kaf­fee (Känn­chen!) trinkt. Sie wol­le der Uni­ver­si­tät et­was zu­rück­ge­ben: „ih­ren her­aus­ra­gen­den Ruf“.

Wis­sen­schaft­ler der bis dato ehr­wür­di­gen Uni­ver­si­täts­kli­nik Hei­del­berg, Deutsch­lands äl­tes­ter me­di­zi­ni­scher Fa­kul­tät, hat­ten in ei­ner groß an­ge­leg­ten PR-Ak­ti­on eine ver­meint­li­che Welt­sen­sa­ti­on prä­sen­tiert. Doch der Test, der mit­hil­fe von nur we­ni­gen Bluts­trop­fen er­ken­nen soll­te, ob eine Frau an Brust­krebs er­krankt ist, er­wies sich als nicht aus­ge­reift. Mitt­ler­wei­le er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft.

Hoh­mann-Denn­hardt weiß, wie es ist, wenn ein ein­zi­ges Er­eig­nis ein Le­bens­werk zu zer­stö­ren droht. Jahr­zehn­te­lang ar­bei­te­te die Ju­ris­tin an ih­rem ei­ge­nen her­aus­ra­gen­den Ruf. Sie wur­de Bun­des­ver­fas­sungs­rich­te­rin und wech­sel­te 2011 als ers­te Frau in den Daim­ler-Vor­stand, zu­stän­dig für In­te­gri­tät und Recht. Der Kon­zern brauch­te in­mit­ten ei­nes Schmier­geld­skan­dals die an­ge­se­he­ne Ju­ris­tin, um die US-Bör­sen­auf­sicht vom gu­ten Wil­len Daim­lers zu über­zeu­gen. Das ge­lang – und als die Die­sel­kri­se aus­brach, warb Volks­wa­gen Hoh­mann-Denn­hardt als Vor­stän­din ab.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2019.