DIE ÖKONOMIE DES ...

Negativ­zinses

Erspartes bringt nichts mehr. Statt die EZB zu beschimpfen, sollten die Deutschen Schulden machen.

Deu­tsch­lands ri­si­ko­scheu­en Spa­rern droht ein schwar­zer Ok­to­ber: Der Zins für ihre Geld­an­la­gen könn­te erst­mals ef­fek­tiv ins Mi­nus rut­schen. Ta­ges­geld und Spar­buch brin­gen schon heu­te fast kei­ne Ren­di­te mehr. Künf­tig lässt sich da­mit wo­mög­lich nicht ein­mal mehr das Ein­ge­zahl­te er­hal­ten.

For­ciert wird die­ses Sze­na­rio von der Geld­po­li­tik. Die EZB plant neue Schrit­te zur Nach­fra­ge­be­le­bung. Schon Mit­te Sep­tem­ber könn­te sie des­halb den Straf­zins wei­ter ver­schär­fen, den die Ban­ken zah­len müs­sen, wenn sie über­schüs­si­ge Ein­la­gen bei der Zen­tral­bank de­po­nie­ren. Die­se Park­ge­bühr trägt letzt­lich in ir­gend­ei­ner Form der Bank­kun­de.

„Ent­eig­nung“ und „Be­trug“, schrei­en Euro-Kri­ti­ker. Doch auch öko­no­misch wird das Ter­rain hei­kel. Zin­sen, die nach Ab­zug der In­fla­ti­on ne­ga­tiv sind, gab es zwar schon oft. No­mi­na­le Mi­nus­ren­di­ten wa­ren aber frü­her ex­trem rar. Jetzt sind sie an den An­lei­he­märk­ten be­reits All­tag. Die welt­wei­te Aus­sicht auf mo­ne­tä­re Lo­cke­rung hat die Kur­se zu­letzt so hoch ge­pusht, dass sich für über 40 Pro­zent der Nicht-US-Bonds ein Mi­nus­zins er­rech­net. Die Ren­di­te der Bun­des­an­lei­hen ist erst­mals für alle Lauf­zei­ten ne­ga­tiv.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2019.